Jens Grandt 02.12.2016 / Kultur

»Warten se, bis ich dod bin!«

Der vor 125 Jahren geborene Maler und Grafiker Otto Dix verstand sich als Chronist

Kann ein Künstler zugleich grimmig sein und uns mit einem farbenprächtigen, sarkastischen Humor erfreuen? Ja, Otto Dix, der überragende Verist, Realist, auch Anverwandler der Neuen Sachlichkeit, konnte es. »Hoffnung zwischen den Zähnen« nannte der englische Autor John Berger diese Haltung; er verstand etwas von Malerei.

Der Mann, der mir gegenübersaß, hatte John Berger gelesen und kannte Otto Dix sehr gut. Florian Karsch, Senior der Galerie Nierendorf am Berliner Bahnhof Zoo, starb 2015. Damals, in der fabelhaften Ausstellung »Künstlergrafiken aus eigenem Verlag« (2009/10), erzählte er mit heiterem Glanz in den Augen eine bittere Episode nach der anderen. Auch einige Dix-Bilder hingen an den gekalkten Wänden. Der Galerist hatte Dix, den »Entarteten«, wie ihn die Nazis beschimpft hatten, in den sechziger Jahren mehrmals besucht. In Hemmenhofen am Bodensee, wohin Dix, nach einer Zwischenstation bei Bekannten auf Schloss Randegg, gef...

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