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Wertlose Preisgarantien und versteckte Preiserhöhungen

Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu Strompreisangeboten

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Preisgarantien, mit denen viele Anbieter derzeit werben, sind nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW (vznrw) wertlos, wenn sie nicht alle Preisbestandteile umfassen. »Wo Preisgarantie draufsteht, muss auch wirklich der gesamte Preis garantiert werden, und nicht nur ein Teil davon«, fordert Energiereferentin Christina Wallraf. Sonst verkomme die Zusicherung schnell zur Mogelpackung.

In einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherschützer fällt deshalb die Mehrzahl der Garantien durch. Zudem sind vermeintliche Fixpreise oft an lange Vertragslaufzeiten geknüpft. In jedem Fall müssen Kunden ihre Post genau studieren. Denn manch ein Preiserhöhungsschreiben ist kaum als solches erkennbar.

Von 25 verschiedenen Grundversorgern in den einwohnerstärksten Städten in NRW, deren Tarife unter die Lupe genommen wurden, boten nur sieben keine Garantien an. Die restlichen 18 machten in insgesamt 57 Tarifen Preiszusicherungen. 82 Prozent dieser Garantien waren eingeschränkt. Das heißt: Umlagen, Abgaben und teilweise auch die Netzentgelte waren ausgenommen. Zusammen machen diese oft ausgeschlossenen Posten bis zu drei Viertel des Gesamtpreises aus. Wirksamen Schutz vor Preiserhöhungen hätten Verbraucher dadurch nicht. Wer diesen suche, solle sich allenfalls auf Garantien einlassen, die nur die Mehrwertsteuer ausnehmen. Entsprechende Garantien gaben immerhin neun der 18 Unternehmen für mindestens je einen Tarif.

Wirklich nötig seien die teils mit Zusatzkosten und langen Vertragslaufzeiten verbundenen Preisgarantien aber nicht, sagt Wallraf. Denn Verbraucher haben nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW bei jeder Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, dass auch ohne Garantie niemand der Preisgestaltung seines Anbieters ausgeliefert ist. Plant dieser eine Erhöhung, können Kunden immer wechseln. Ganz gleich, wie lang ihre Verträge noch laufen.

Um kündigen zu können, müssen Kunden allerdings erkennen, dass eine Verteuerung ansteht. Das ist nicht immer leicht. Da werde der neue Preis etwa erst auf Seite zwei eines Briefs mit ganz anderem Betreff angesprochen (Beispiel unter www.verbraucherzentrale.nrw/preiserhoehungsschrei ben)

Jeder Brief und jede E-Mail vom Anbieter müssten gründlich gelesen werden. Aktuell sammelt die vznrw Beispiele für undurchsichtige Preiserhöhungsschreiben von Grundversorgern und anderen Anbietern. »Wir bitten Verbraucher, uns Preisänderungsschreiben ihrer Anbieter zukommen zu lassen, natürlich gern mit geschwärzten persönlichen Daten«, sagt Wallraf.

Daneben nehmen die Verbraucherschützer die Preisentwicklung für Bestandskunden insgesamt in den Blick. Gerade von den Anbietern, die mit besonders günstigen Anfangskonditionen locken, erhöhen manche die Preise schon bald nach Vertragsschluss, erläutert Wallraf. Auf solche Strategien will man möglichst viele Unternehmen überprüfen. Wallraf ruft auch hier zur Mithilfe auf.

Wer ein Schreiben oder seine Preisgeschichte beisteuern will, schreibt eine Mail an kontakt@verbraucherzentrale.nrw oder wendet sich an eine örtliche Beratungsstelle. vznrw/nd

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