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Kurz vorm Burn-Out

Jürgen Amendt findet, dass sechs PISA-Studien genug sind

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Wäre das deutsche Schulsystem ein Mitarbeiter eines Unternehmens, dann stünde es kurz vor dem Burn-Out. Es strengt sich seit eineinhalb Jahrzehnten an, zeigt den Willen, sich zu verbessern, doch die anderen scheinen immer noch einen Tick ehrgeiziger zu sein. Da hilft es auch nicht, wenn der Koordinator es gut mit dem gestressten Mitarbeiter meint und motivierende Worte für ihn übrig hat: »Die verbesserten Leistungen Deutschlands bei den PISA-Tests der Nuller-Jahre sollten Ansporn sein, so weiterzumachen«, erklärte Andreas Schleicher vor wenigen Tagen.

Die Sprache, derer sich Schleicher bedient, ist - Schleicher arbeitet schließlich für eine Wirtschaftsorganisation und nicht für einen Bildungsverein - systemimmanent eine, die aus dem Vokabular neoliberaler Ökonomen stammt. Die sprechen von »Leistungsanreizen«, um zu verschleiern, dass es ihnen darum geht, aus dem Produktionsfaktor Mensch das Optimale an Output herauszuholen. Vor 15 Jahren lobte Schleicher das finnische Gemeinschaftsschulsystem, was bei linken Bildungspolitikern Euphorie auslöste, denn erstmals wurde damals durch die OECD auch von Seiten der Wirtschaft das auf soziale Auslese orientierte hiesige Bildungswesen kritisiert. Nach eineinhalb Jahrzehnten wird es Zeit für eine Korrektur: Dem gestressten Mitarbeiter hilft die immer wieder gleiche Kritik nicht wirklich.

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