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Ein Generationen-Problem der speziellen Art

Mecklenburg-Vorpommern: Mehr als die Hälfte der Richter und Staatsanwälte sind inzwischen über 50 Jahre alt

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Schwerin. Der Justiz drohen auch in Mecklenburg-Vorpommern einem Medienbericht zufolge ernste Personalprobleme. Die »Schweriner Volkszeitung« bezieht sich dabei auf eine Auflistung des Richterbundes: Demnach geht in den kommenden acht Jahren jeder vierte Richter in den Ruhestand. In den nächsten 13 Jahren werde die Hälfte aller Richter und Staatsanwälte aus Altersgründen die Justiz verlassen haben. Gleichzeitig seien die Zahlen der Jura-Absolventen mit Staatsexamen zurückgegangen. Wie das Justizministerium der »SVZ« mitteilte, beträgt das Durchschnittsalter bei Richtern inzwischen 52 Jahre, bei Staatsanwälten 51 Jahre. 350 Richter und Staatsanwälte sind über 50 Jahre alt.

Nach einer Bedarfsrechnung des Richterbundes müssten innerhalb der nächsten neun Jahre etwa 150 Proberichter und innerhalb der nächsten 14 Jahre 300 Proberichter eingestellt werden, schreibt die »SVZ«. Doch gleichzeitig seien die Absolventenzahlen rückläufig. Nach Informationen der Zeitung belegten 2004 noch 770 Studenten in Mecklenburg-Vorpommern das Fach Rechtswissenschaften mit dem Abschluss Staatsexamen, 2015 waren es mit 380 Studierenden nur noch die Hälfte. Im Vorbereitungsdienst sehe es ähnlich aus: Wurden 2011 noch 64 Referendare eingestellt, waren es vor einem Jahr nur noch 17.

Anfang Dezember hatten 26 junge Frauen und Männer ihr juristisches Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. So viele angehende Richter und Staatsanwälte waren es laut Ministerium zuletzt vor drei Jahren. Zwölf der Referendare kommen aus anderen Bundesländern. Ministerin Katy Hoffmeister (CDU) wertete dies als ersten Erfolg der bundesweiten Imagekampagne, die das Land vor einem halben Jahr gestartet hat.

Probleme mit der Altersstruktur an den Gerichten haben dem »SVZ«-Bericht zufolge alle ostdeutschen Bundesländer. Mit der Einheit wurden viele DDR-Richter entlassen, für die meisten freien Stellen wurden junge Absolventen geholt. Damit waren die Stellen aber über Jahrzehnte besetzt und Neueinstellungen selten. dpa/nd

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