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Humanist

Eckart Spoo verstorben

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Ich wurde Journalist, weil ich dachte, man muss aufklären«, sagte Eckart Spoo einmal in einem Interview. Darin berichtete er u. a. darüber, dass sein Vater sich am Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR und an der Belagerung Leningrads beteiligt hatte, obwohl er ein humanistisch gebildeter Akademiker war. Als Kind sei ihm gesagt worden, der Vater sei den Heldentod gestorben. Spoo, 1936 in Mönchengladbach geboren, fragte sich zeitlebens, wie Ideologie und Propaganda Menschenhirne vernebeln und Völker gegeneinander aufhetzen können. Vor allem in der von ihm 1997 gegründeten und herausgegebenen Zweiwochenschrift »Ossietzky«, die sich antimilitaristischen und antifaschistischen Traditionen und insbesondere dem Erbe der in der der Weimarer Republik erschienenen »Weltbühne« verpflichtet fühlt, stritt er gegen Nationalismus, Chauvinismus und Imperialismus. Und es gab keine größere Antikriegsdemonstration, an der Spoo nicht teilnahm.

Über 30 Jahre lang war er Redakteur der »Frankfurter Rundschau«. Mit seinen gesellschaftskritischen Texten machte er sich nicht nur Freunde, ebenso wenig mit seiner Forderung, die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen zu schließen. Spoo schrieb nach 1990 auch für die »Junge Welt« und »neues deutschland«. Der Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher war langjähriger Vorsitzender der Deutschen Journalisten-Union (dju) und Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsches Holocaust-Museum. Der Humanist Eckart Spoo starb an diesem Donnerstag. ves

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