Wie immer nach Attentaten: Viele wussten vieles

Gefordert werden mehr Datenbanken, mehr Datenaustausch - in der EU stößt der Informationstransfer auch auf unnötigen Widerstand

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Es ist erstaunlich, wie viel die Behörden über Anis Amri, den mutmaßlichen Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, wissen. Hat all das Wissen nicht - juristisch sauber - ausgereicht, um Leben zu retten?

Bei dieser Frage fühlt man sich ein wenig an den Fall von Mehdi Nemmouche erinnert. Der hatte am 24. Mai 2014 vier Menschen im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Unmittelbar nach dem Überfall hieß es, man habe eine heiße Spur, ein Mann wurde festgenommen. Doch es war nicht der Täter. Der war nicht, wie angenommen, mit einem Auto geflüchtet, sondern einfach zu Fuß. Er wurde erst am 30. Mai 2014 bei einer Routinezollkontrolle in Marseille aufgegriffen.

Auch von Nemmouche wussten französische Dienste - vor dem Morden in Brüssel - viel. Dieses Wissen teilten sie aber nicht ausreichend mit anderen. Am 18. März 2014 war Nemmouche am Frankfurter Flughafen wieder in den Schengenraum eingereist. Bei der Kontrolle stellte die Bundespolizei f...


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