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»Axel« fegt über das Land

Ostseeküste rüstet sich gegen drohende Sturmflut

Berlin. Begleitet von teils heftigen Schnee- und Graupelschauern ist das Sturmtief »Axel« über Deutschland gefegt. Es sorgte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Mittwoch unter anderem für Orkanböen an der Küste und in Mittelgebirgen sowie für Schneefälle in höheren Lagen. Es kam zu Behinderungen im Bahnverkehr und zu Autounfällen. Größere Schäden blieben aus.

Im Bahnverkehr kam es am Mittwochmorgen zu Behinderungen durch die Folgen des Sturms. In Niedersachsen war die Strecke Hannover-Bremen zwischen Eystrup und Nienburg laut der Deutschen Bahn wegen einer beschädigten Oberleitung für etwa zwei Stunden gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern war die Bahnstrecke Hamburg-Schwerin zwischen Holthusen und Hagenow aufgrund von Sturmschäden an der Oberleitung nur eingleisig befahrbar, es gab Verspätungen. Auch in Schleswig-Holstein gab es der Bahn zufolge wegen der Wetterlage auf zahlreichen Strecken Verspätungen von zehn bis 15 Minuten.

Auf den Straßen ereigneten sich nach Polizeiangaben etliche Unfälle in Folge von Straßenglätte, darunter auf der Autobahn 1 zwischen Hamburg und Bremen. Meist handelte es sich dort und anderswo aber um vergleichsweise leichte Unfälle.

In Hamburg rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben zu 40 Sturm-, Flut- und Witterungseinsätzen aus. Dabei ging es um häufig überflutete tieferliegende Straßen am Hafen sowie umgestürzte Bäume oder Bauzäune. »Größere Schäden waren nicht zu verzeichnen«, erklärten die Retter. Über Verletzte sei nichts bekannt.

Laut DWD erreichten die Windgeschwindigkeiten in der Nacht zu Mittwoch auf Mittelgebirgsgipfeln und an der Nordsee teils deutlich mehr als 100 Stundenkilometer. In höheren Lagen der Gebirge fielen außerdem bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. In tiefer liegenden Regionen regnete es.

Die Küstenregionen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich gegen die am Mittwochabend erwartete Sturmflut gewappnet. Mit dem über Skandinavien nach Belarus ziehenden Sturmtief »Axel« stiegen seit dem Morgen an der Ostseeküste die Pegelstände. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erwartete ab dem Abend bis in die Nacht zu Donnerstag eine Sturmflut und Höchststände bis 1,50 Meter über normal an der gesamten deutschen Ostseeküste. In Greifswald und Lübeck könnte das Wasser sogar höher steigen, so eine Sprecherin des BSH.

Die vorhergesagten Wasserstände können laut Schweriner Umweltministerium zur Überflutung von Stränden führen. Die Küstenschutzanlagen vor bebauten Gebieten seien jedoch überall in einem Zustand, der derartigen Belastungen standhalte.

Die Fähre zwischen Rügen und Hiddensee schränkte wegen der erwarteten Sturmflut den Verkehr ein. Die Fähre Rostock-Gedser verkehrte hingegen nach Fahrplan. Behörden und Kreise haben sich auf das vermutlich stärkste Hochwasser seit 2006 eingestellt. Sie sehen sich gegen die anrollenden Wassermassen gut gerüstet. In Greifswald wurde am späten Vormittag das Sperrwerk geschlossen, um die Innenstadt vor Hochwasser zu schützen.

In Wismar wurde der Höchststand des Sturmhochwassers gegen Mitternacht mit 1,50 Meter über normal erwartet. Entlang des Baches Frische Grube, der aus der Altstadt kommend in den Alten Hafen fließt, wurden die vorhandenen Sandsackwälle um eine Lage erhöht, wie Hafenkapitän Harald Forst sagte. Auf der vor Wismar gelegenen Insel Poel lagen 30 000 Sandsäcke bereit. Sie würden befüllt, wenn sich Gefahren abzeichnen sollten, sagte Bürgermeisterin Gabriele Richter.

Heftige Schneefälle und starker Wind haben am Mittwoch auch in Tschechien und der Slowakei Verkehrsprobleme verursacht. Im Nordosten Böhmens entgleiste eine Regionalbahn, die auf einen umgestürzten Baum aufgefahren war. Im Norden der Slowakei verschütteten zwei Schneelawinen die Straßen- und Bahnverbindungen zwischen Parnica und Kralovany. Verletzte wurden nicht gemeldet. Für das Riesengebirge, wo ein halber Meter Schnee gefallen war, gab die Bergwacht eine Lawinenwarnung heraus. Agenturen/nd

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