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1000 neue Wohnungen im Nordosten

Spatenstich in Biesdorf mit Stadtentwicklungssenatorin

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Das Wetter ist frostig, die Stimmung allerdings warm an diesem Mittwochvormittag in Biesdorf-Nord. Das landeseigene Wohnungsunternehmen degewo hat zum ersten Spatenstich geladen für den Bau von 299 Wohneinheiten, die die 1993 bis 1995 erbaute Joachim-Ringelnatz-Siedlung vollenden sollen. Gekommen ist nicht nur degewo-Vorstandsmitglied Christoph Beck, auch die neue Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher und die Marzahn-Hellersdorfer Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (beide LINKE) sind dabei.

»Früher gab es auf dem ganzen Gelände Kleingärten«, sagt Pohle. Allerdings wurden die bereits in den 90er Jahren plattgemacht, als der damalige Senat noch mit einem ungeheueren Nachwendeboom in Berlin rechnete. »Erst wurde hier nicht weitergebaut, dann wurden im Bezirk mindestens 5000 Wohnungen abgerissen«, erinnert sich die Bezirksbürgermeisterin. Sie freut sich, dass der Bezirk wieder im Aufschwung ist. »Wir brauchen allerdings eine gute Mischung aus gefördertem und frei finanziertem Wohnungsbau«, sagt sie. »Wir wollen keine Randkommune sein mit den entsprechenden sozialen Problemen.« Sie befürchtet durch die zunehmende Verdrängung von Geringverdienern aus der Innenstadt eine Ballung sozialer Probleme am Stadtrand, wenn dort nur Sozialwohnungen gebaut würden. Allerdings, so viel Bezirkslob muss sein, wohnten die meisten Menschen gerne hier, »selbst wenn sie aus dem Zentrum wegen hoher Mieten verdrängt wurden«, sagt Pohle.

110 der 299 neuen Wohnungen, die bis Dezember 2018 fertiggestellt sein sollen, werden zu Mieten von 6,50 Euro nettokalt pro Quadratmeter angeboten. Bei den restlichen Wohnungen geht die degewo von rund zehn Euro Quadratmetermiete aus. Zwei Drittel der neuen Wohnungen werden drei oder vier Zimmer haben. »Wir gehen mit unserem Wohnungsangebot sowohl auf die demografische Situation des Quartiers als auch auf den verstärkten Zuzug junger Familien im Bezirk ein«, sagt Christoph Beck von der degewo.

»Wir sind mit der Wohnungsbauoffensive des Landes Berlin auf dem richtigen Weg«, sagt Katrin Lompscher. »Mir wird häufig gesagt, dass unsere Wohnungsbauziele nicht ambitioniert genug sind«, so die Senatorin. »Die sind aber schon ziemlich sportlich.« Bekanntlich sollen die landeseigenen Wohnungsunternehmen laut Koalitionsvertrag jährlich 6000 Wohnungen fertigstellen.

Dieses Jahr wird nur knapp die Hälfte erreicht, ab 2018 wird den Planungen zufolge die Zielzahl bereits übertroffen. »Wir werden bestimmt bei der Wohnungsbauförderung nicht wieder 16 Jahre Pause machen«, verspricht Lompscher. Zwischen 1998 und 2014 kam der Wohnungsbau bei den landeseigenen Unternehmen fast vollständig zum Erliegen. Auch deswegen braucht es einige Anlaufzeit, bis die gewünschten Fertigstellungszahlen erreicht werden können.

»Ursprünglich waren in der Joachim-Ringelnatz-Siedlung weniger Wohnungen geplant«, sagt Architekt Kerk-Oliver Dahm. Rund 200 sollten es zunächst werden. »Aber in guter Zusammenarbeit mit dem Bezirk sind mehr möglich geworden.« Rund 44 Millionen Euro investiert die Gesellschaft in das Projekt.

Rund 1000 Wohnungen will die degewo bis 2020 in Marzahn-Hellersdorf bauen. Viele davon sollen in der Umgebung des Bürgerparks Marzahn entstehen, 420 Einheiten an der Karl-Holtz-Straße (ab 2018) sowie 255 an der Ludwig-Renn-Straße. Dort soll es im September losgehen. Das Pikante: Dort standen bereits einmal Wohnhäuser, bis sie im Rahmen des Programms »Stadtumbau Ost« abgerissen wurden. Man nutze die Chance, »auf diesen unbebauten Grundstücken Neubauten mit modernen Grundrissen und neuen Wohnformen zu errichten und damit den Bezirk als attraktiven Wohnstandort weiter zu entwickeln«, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

126 weitere Wohnungen in vier achtgeschossigen Gebäuden werden bereits seit Dezember an der Marchwitzastraße gebaut. Bis die 3500 allein von der degewo zwischen 2002 und 2012 abgerissenen Wohnungen ersetzt sein werden, gehen noch einige Jahre ins Land.

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