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Hausgemachte Zwickmühle

Ellen Wesemüller 
fragt, warum die LINKE nicht zu Holm steht

Die LINKE sitzt im Fall Holm in der Zwickmühle: Entscheidet sie sich gegen seinen Verbleib, verscherzt sie es sich mit den für sie wichtigen Teilen der Zivilgesellschaft. Denn die stadtpolitischen Akteure stehen seit dem ersten Tag demonstrativ und kämpferisch hinter dem Staatssekretär - das zeigen nicht zuletzt die über 15 000 Unterschriften, die am Donnerstag überreicht wurden. Damit hätte sich die Partei gleich zu Anfang ihrer Regierungszeit verspielt, was ihr dieses Mal so wichtig war zu gewinnen: das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit denen, die unter Mietenwahnsinn und Wohnungsknappheit leiden. Nicht zuletzt deshalb hatte sie Holm überhaupt ernannt.

Hält sie trotz negativer Entscheidung seines früheren Arbeitgebers, der Humboldt-Universität, an Holm fest, wird sie die Debatte um ihn nicht mehr los - selbst wenn sie ihn im Amt halten kann. Dies dürfte in abgeschwächter Form auch der Fall sein, wenn die HU zu dem Schluss kommt, dass sich Holm gar nichts hat zu schulden kommen lassen. Denn große Teile der Öffentlichkeit haben ihr Urteil bereits gefällt.

Das mag man zurecht unfair finden. Es ist schmerzhaft, mit anzusehen, wie sich das Blatt gegen jemanden wendet, dessen Handeln darauf ausgerichtet ist, dass es vielen Menschen dieser Stadt eben besser gehen soll und nicht schlechter. Dass es so weit kommen konnte, hat sich die LINKE jedoch auch selbst zuzuschreiben. Es ist eben kein Missverständnis der Journalisten, sondern schlicht unverständlich, warum die Bausenatorin die Entscheidung der HU abwartet, statt sich klar zu Holm zu bekennen. So macht einmal mehr die Bewegung den Job, den eigentlich die Partei machen müsste.

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