Beatles aus der Seifenkiste

Das hessische Marburg war vor 50 Jahren ein Piratennest - bis die Behörden einschritten

  • Von Hans-Jürgen Krug, Marburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Anfang September 1967 wurde in Teilen von Marburg im Westen Hessens das Fernsehprogramm immer wieder gestört. Es gab schwarze Streifen auf den Bildschirmen und deshalb wandten sich verärgerte Zuschauer an den Störungsdienst der Post. Derweil freuten sich Schüler in der Universitätsstadt über Radio City, einen unregelmäßig sendenden Piratensender, der viel Beatmusik brachte.

Radio City war ein Röhrensender, eine EL 84, und er konnte sieben bis acht Kilometer senden, sagt Heinz-Willi Bach, der damals Schüler an der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) und ein intimer Kenner der Szene war. Dann war plötzlich Schluss. Der »Pirat« war weggezogen. Aber andere sendeten weiter.

Britische Piratensender wie Radio Caroline hatten das Schwarzsenden auch bei jungen Deutschen populär gemacht. Um das Jahr 1966 baute sich Heinz-Willi Bach seine eigene Sendeanlage und sendete als »Two Seven O« schwarz auf UKW. Ein Tonbandgerät, ein Mikrofon, einen Tr...


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