Das Verratsverdikt gegen Wilhelm Knöchel

Was die SED und die Bundesstiftung Aufarbeitung verbindet: Gerüchten der Gestapo wird Glauben geschenkt

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

»Wir bitten Sie, dafür zu sorgen, dass die Ehrentafel für Wilhelm Knöchel wieder angebracht wird«, heißt es in einem Schreiben der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, Landesverband Nordrhein-Westfalen, an den Bezirksbürgermeister von Berlin-Lichtenberg. In den 1970er Jahren war die Erinnerung an den am 24. Juli 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordeten Kommunisten aus der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde entfernt worden. In der SED galt Knöchel als umstritten, das Bild über ihn schwankte in der DDR zwischen Würdigung und Diffamierung.

Der in Offenbach am Main geborene Dreher und Bergarbeiter war während des Zweiten Weltkrieges Inlandsleiter der KPD. Am 8. November 1959 hieß es im »Neuen Deutschland« über ihn: »Wilhelm Knöchel entlarvte die ›Neuordnung Europas‹ als grausamste Ausbeutung und Vers...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.