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Hamburg kann nicht punkten

Andere Regionen haben sich besser entwickelt

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Hamburg. Die Metropolregion Hamburg hat in den vergangenen 16 Jahren trotz einer guten Ausgangsposition keinen Boden gut machen können. Im Vergleich zu sechs anderen Metropolregionen in Deutschland stehe Hamburg beim Inlandsprodukt je Erwerbstätigen an vorletzter Position, ebenso bei der Dynamik des Wachstum, ergab eine Analyse der Handelskammer Hamburg. »Das Ergebnis hat mich unangenehm überrascht«, sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz in der Hansestadt.

Mit knapp über 60 000 Euro je Erwerbstätigen lag die Wirtschaftsleistung in der Metropolregion Hamburg hinter den Regionen Stuttgart, Frankfurt am Main, München, Köln/Bonn und Düsseldorf. Nur Berlin liegt noch schlechter, hat sich aber dynamischer entwickelt. Die Wachstumsrate lag zwischen 2000 und 2014 in der Hamburger Metropolregion bei 18 Prozent, in Berlin bei 37 Prozent, allerdings von einer sehr niedrigen Basis. Die anderen Regionen wuchsen zwischen 20 und 29 Prozent mit Ausnahme von Köln/Bonn, das mit 17 Prozent noch hinter Hamburg lag.

Die Metropolregion Hamburg reicht von Cuxhaven im Westen bis Schwerin im Osten und von Dithmarschen bis Lüchow-Dannenberg. Durch die Aufnahme von strukturschwachen Landkreisen ist in den vergangenen Jahren die Bevölkerung der Metropolregion um zwei Millionen Menschen gewachsen, aber Hamburg ist mittlerweile unter den Metropolregionen in Deutschland am dünnsten besiedelt. Mit fünf Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftsleistung von 193 Milliarden Euro bringe die Metropolregion zwar das wirtschaftliche Gewicht von Portugal oder Irland auf die Waage, doch nehme sie nach Produktivität und Kaufkraft nur den sechsten von sieben Plätzen in Deutschland ein.

Schmidt-Trenz äußerte sich vor allem deshalb enttäuscht über das vergleichsweise bescheidene Abschneiden Hamburgs, weil die Ausgangslage vor 16 Jahren besonders günstig schien. »Ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir überdurchschnittliche Chancen haben«, sagte der Kammermanager. Im Jahr 2000 schienen die Folgen der Wiedervereinigung, die EU-Osterweiterung und die zunehmende Globalisierung Hamburg besonders in die Karten zu spielen. Doch die Region hat nach wie vor Defizite bei der Zahl von wichtigen Behörden und großen Unternehmenszentralen und bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern mit Hochschulabschluss.

Eine entscheidende Ursache für die unterdurchschnittliche Entwicklung der Hamburger Metropolregion sei die komplexe Struktur mit vier Bundesländern, 17 Landkreisen und drei kreisfreien Städten. Die übrigen deutschen Metropolregionen liegen mit Ausnahme von Berlin in nur einem Bundesland. Dadurch werde die Entscheidungsfindung schwerfälliger. »Aber es sind alle Beteiligten guten Willens«, sagte Schmidt-Trenz. Hamburg habe auch viele Vorteile, so wie den Zugang zum seeschifftiefen Wasser, zu günstiger Energie und freie Flächen. Die Metropolregion müsse international sichtbarer und als Unternehmensstandort attraktiver werden. dpa/nd

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