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IS-Attacke im Osten Syriens

Terrororganisation hat noch diverse Asse im Ärmel

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Einheiten des Islamischen Staates (IS) haben offenbar am Wochenende Stellungen der Regierung in Deir al-Sor im Osten Syriens angegriffen. Es habe schwere Kämpfe gegeben, behauptet die Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.

Deir al-Sor liegt nahe der irakischen Grenze und ist wichtig als Verbindung zwischen IS-kontrollierten Gebieten in Irak und der Region um Rakka. Das ist die inoffizielle Islamistenhauptstadt in Syrien. Seit zwei Jahren kontrolliert der IS große Teile von Deir al-Sor, die Regierungstruppen sind - samt 200 000 Zivilisten - eingeschlossen. Mehrfach schon hat die UNO versucht, Lebensmittel über der Stadt abzuwerfen, offenbar waren diese Einsätze nicht erfolgreich. Doch diese humanitäre Katastrophe hat bislang wenig Beachtung in den internationalen Medien gefunden.

Für den IS ist das Gebiet auch aus finanzieller Sicht wichtig. Von hier aus wurde seit Jahren ein schwunghafter Handel mit Öl organisiert, das dann in andere syrische, in irakische und türkische Gebiete verschoben wurde.

Noch sind die Informationen über die aufgeflammten Kämpfe dürftig, doch der Angriff beweist: Der IS ist längst nicht - und schon gar nicht umfassend - in die Defensive gedrängt. Beispiel Mossul, die zweitgrößte irakische Stadt: Ende vergangener Woche wurde vermeldet, dass man die Universität und umliegende Gebiete vom IS zurückerobert hat. Siegesmeldungen sehen anders aus. Trotz immer neuer Anläufe kommt die fast ein Jahr vorbereitete Offensive auf Mossul nicht richtig voran. Das mag nicht nur an der Gegenwehr der Islamisten liegen.

Es fehlt ein politischer Plan. Weder die Zentralregierung in Bagdad noch die Kurden in Erbil, noch die von Iran gesteuerten Gruppen haben eine Idee, wer nach einem Sieg bei Mossul dort das Sagen hat und wie man die Rivalitäten zwischen den am Sturm beteiligten Kräften niederhalten kann. Das hat jedoch einen großen Einfluss auf den weiteren Weg, den das ganze Land nehmen wird. Ein Erfolg der irakischen Armee bei Mossul wäre ein Erfolg für Ministerpräsident Haider al-Abadi. Über ihn hoffen die USA, ihren Einfluss wieder zu verstärken, den sie nach dem Truppenabzug 2011 weitgehend verloren hatten.

Das Ausharren des IS in Mossul ist also aus der Sicht vieler Interessierter nicht nur militärisch nützlich. Doch für den absehbaren Fall der Stadt und damit einen weiteren Verlust von Macht und Ansehen haben die IS-Führer Vorsorge getroffen.

Ein Großteil der Kämpfer wurden in den Osten Syriens verlegt, Richtung Rakka und Deir al-Sor. Andere wurden in die IS-Provinz Sirte in Zentrallibyen geschickt. Man spürt wachsende Aktivitäten der IS-Dependancen in Nordägypten. Natürlich - und das besorgt auch die Verantwortlichen deutscher Sicherheitsbehörden - wird die Terrororganisation ihre Attacken im EU-Raum und in der Türkei verstärken. Eingeschmuggelte Schläfer werden geweckt werden, deren Anschläge sind Anregung für Sympathisanten, die sich - wie Anis Amri in Berlin - auf eigene Faust zu möglicherweise noch grausameren Taten entschließen.

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