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Umstrittener Heimbetreiber meldet Insolvenz an

Zuvor benannte sich die PeWoBe in »Berlin Castle Betreuung und Begleitung GmbH« um

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der umstrittene Flüchtlingsheimbetreiber PeWoBe hat Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer der PeWoBe waren Helmuth Penz und Birgit Bley. Im Januar wurde die Firma in »Berlin Castle Betreuung und Begleitung GmbH« umbenannt, wie aus dem Unternehmensregisterauszug hervorgeht. Alleinige Geschäftsführerin ist danach Birgit Bley, Penz soll aber noch Gesellschafter sein. Kurz darauf meldete Bley Insolvenz an.

Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens deuteten sich bereits im November vergangenen Jahres an. Seinen 120 Mitarbeitern - die PeWoBe betreibt auch Obdachlosenheime - hatte das Unternehmen im November zunächst kein Gehalt gezahlt, Anfang Dezember dann eine Abschlagszahlung überwiesen und anschließend auch die fehlenden Gehaltszahlungen nachgeholt.

Auch eine Sicherheitsfirma, die bis Sommer 2016 in PeWoBe-Heimen tätig war, beklagt ausstehende Zahlungen des Unternehmens. Die Buch Event Service Ug bewachte nach eigenen Angaben ab Oktober 2015 fünf Heime der PeWoBe. Seit Mai sei die Sicherheitsfirma nicht mehr bezahlt worden, sagte Sicherheitsberater Maik Buch dem »nd«. Deshalb habe sie ihre Arbeit für das Unternehmen am 2. August 2016 eingestellt. Die ausstehenden Zahlungen belaufen sich seinen Angaben zufolge auf 530 000 Euro zuzüglich Anwaltskosten. »Ich hoffe, dass wir das überleben«, sagte Buch dem »nd«. Anfang Januar habe die Sicherheitsfirma Strafanzeige gegen Penz und Bley wegen Insolvenzverschleppung und Erschleichung von Leistungen erstattet.

Die PeWoBe ist bereits seit längerem als Betreiber von Flüchtlingsheimen umstritten. In den vergangenen drei Jahren wurden immer wieder Personalmangel, fehlende Qualifizierung, unzureichende Gemeinschaftsräume und mangelhafte Reinigung kritisiert. Im Sommer 2016 hatte eine Hilfsinitiative »unhaltbare Zustände« in einer Unterkunft in Hellersdorf angeprangert. Nachdem zudem eine E-Mail-Korrespondenz leitender Angestellter mit fremdenfeindlicher Lesart öffentlich wurde, kündigte der Senat im August allen PeWoBe-Asylheimen. Drei Heime wurden daraufhin übergangsweise an andere Betreiber übergeben. Die Zukunft der übrigen Heime ist unklar. Die Übergabe einer Unterkunft in Lichtenberg wurde mehrmals kurzfristig verschoben.

Im September waren zudem die Geschäftsräume der PeWoBe durchsucht worden. Grund war laut Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass betrügerische Leistungen beim Betrieb von Flüchtlingsunterkünften abgerechnet worden seien.

nd-Anfragen an das Unternehmen wurden bis Redaktionsschluss nicht beantwortet.

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