Wenn die Hasel blüht ...

Die Gartenkolumne

Im Nutzgarten wollen die Obstbäume ihren »Faconschnitt« haben. Frühreife Obstgehölze können gepflanzt werden. Im Gewächshaus ist es Zeit für den Frühjahrsputz. Sicher, ist der Garten noch im Schnee eingepackt, dann sind alle kalendarischen Fixpunkte hinfällig, und man muss seine gärtnerischen Vorhaben hinausschieben

Dann nützt auch der phänologische Kalender nichts. Doch was steckt eigentlich hinter dieser jahreszeitlichen Feingliederung? Die klassischen vier Jahreszeiten werden in zehn Phasen aufgesplittet. Deren Beginn und Ende wird jeweils durch die charakteristischen Entwicklungsstadien bestimmter Gewächse, sogenannter phänologischer Zeigerpflanzen, deutlich.

Gartenfreunde haben faktisch ein Zeitplan, wann welche Gartenarbeiten erledigt werden sollten - zuverlässig und unabhängig von der jeweiligen Region oder fixen Kalenderdaten.

Der Vorfrühling reicht von Februar bis Ende März - die Hasel blüht. Bis Mitte April spricht man vom Hochfrühling - die Forsythien strahlen. Der Flieder ist die Zeigerpflanze für den Vollfrühling bis Ende Mai. Anschließend steht der Klatschmohn bis Ende Juni für den Frühsommer. Reifen Johannis- und Stachelbeeren, dann ist bis Ende Juli Hochsommer. Die Eberesche zeigt bis Ende August den Spätsommer an. Für den Frühherbst, Anfang bis Mitte September, steht die Herbstzeitlose, gefolgt vom Vollherbst bis Mitte Oktober, wenn die Kastanien platzen. Am längsten dauert der Spätherbst, nämlich bis Anfang Dezember. Und dann ist wieder Winter.

Aber, um wieder auf den Anfang zurückzukommen, die Natur folgt ihrem eigenen Rhythmus. Wann die einzelnen Jahreszeiten beginnen und wie lange sie dauern, das hängt von den jeweiligen Regionen ab. Wo wird es schon frühzeitig warm? Wo liegt noch lange Schnee? Gartenarbeiten richten sich also ganz allgemein danach, wie weit die Natur in ihrer Entwicklung fortgeschritten ist.

Alte Bauernweisheiten koppeln übrigens ein besonderes Blühereignis mit einer speziellen Gartenarbeit: »Wenn die Forsythien blühen, werden die Rosen geschnitten« oder »Wenn die Goldruten blühen, ist es Zeit für den Heckenschnitt.«

Schauen wir mal, was der Februar so alles vorhat.

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