Die lange unterschätzten Neonazis

»Reichsbürger« konnten problemlos Waffenscheine erwerben / Seit einigen Monaten gehen Behörden verstärkt gegen die Bewegung vor

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Im Sommer vergangenen Jahres galten die sogenannten Reichsbürger für die Bundesregierung noch als wenig ernst zu nehmende Spinner. Das Bundesinnenministerium antwortete im Juli auf eine Kleine Anfrage der LINKE-Abgeordneten Ulla Jelpke, dass »ein Teil« der Szene zwar »rechtsextremistische Argumentationsmuster« vertrete, aber es sich bei den Straftätern aus diesem Milieu lediglich um Einzelpersonen beziehungsweise Angehörige von Kleingruppen handele. Inzwischen geht die Bundesregierung nach den Worten von Justizminister Heiko Maas (SPD) davon aus, dass sich die rechtsradikalen Gruppen organisatorisch immer enger zusammenschließen. Damit war auch die wachsende Bewegung der »Reichsbürger« gemeint, der sich bundesweit Tausende angeschlossen haben.

Die Mitglieder, welche die Bundesrepublik ablehnen und behaupten, dass das Deutsche Reich bis heute fortbestehe, waren erst stärker ins Blickfeld der Sicherheitsbehörden gerückt, nachdem es ...


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