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An dieser Stelle hätte etwas über die AfD gestanden

Sächsische AfD schloss einen Reportern von ihrem Parteitag aus / Journalistenvertreter erinnern Rechtspartei an die Pressefreiheit

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Dresden. Die »Sächsische Zeitung« (SZ) hat den Rauswurf ihres Reporters vom sächsischen Landesparteitag der AfD scharf kritisiert. Chefredakteur Uwe Vetterick sprach am Montag von einem einmaligen und inakzeptablen Vorgang in der Geschichte der »Sächsischen Zeitung« und in der Nachwendegeschichte Sachsens. »Ein Kernwert des Journalismus ist die Freiheit der Recherche«, sagte Vetterick dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wer dies verhindern wolle, sei »keine Alternative für Deutschland«.

Der Landesparteitag der Sachsen-AfD hatte am Samstagnachmittag mehrheitlich auf Antrag eines Delegierten den Reporter ausgeschlossen. Als Begründung wurden angebliche »Hetzartikel« des Journalisten angeführt, die »Existenzen zerstört« hätten. Von der Parteispitze votierte nur der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Thomas Hartung gegen einen Rauswurf. Daraufhin musste der Reporter in Begleitung von Ordnern und unter dem Beifall der Parteitagsbesucher den Saal verlassen. Ein Antrag auf Ausschluss aller Medienvertreter hatte zuvor keine Mehrheit gefunden.

Chefredakteur Vetterick sprach von »erheblichen, ehrverletzenden Vorwürfen« und einer demütigenden Behandlung eines Journalisten, den die Redaktion der »Sächsischen Zeitung« hoch schätze. Im vergangenen Jahr wurde der Reporter gemeinsam mit zwei Kollegen für eine Recherche über die kleinkriminelle Karriere von »Pegida«-Gründer Lutz Bachmann mit dem renommierten Wächterpreis ausgezeichnet.

»Journalisten und ihre Arbeit stehen nicht außerhalb von Kritik«, betonte Vetterick. Und es dürfe natürlich darüber gestritten werden, ob sie etwas richtig und angemessen beschrieben haben. »Nur, dieser Streit muss auch den Regeln der Bürger-Gesellschaft folgen«, so der Chefredakteur. Unfolgsame Journalisten unter Beifall vor die Tür zu schicken, zähle nicht dazu.

Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) verurteilte den Ausschluss scharf. Das Vorgehen gegen unliebsame Journalisten habe bei der AfD ganz klar System, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner am Montag dem epd. So sei beim Landesparteitag der AfD-Nordrhein-Westfalen am Wochenende in Oberhausen ebenfalls ein ZDF-Team vor die Tür gesetzt worden. »Zwei Parteitage, ein Problem«, so Zörner. Ausschlüsse wie diese verletzten die Grundwerte der freiheitlichen Demokratie, zu denen die Pressefreiheit gehöre.

Die Landespressekonferenz Sachsen (LPK) sprach von einem Angriff auf die Pressefreiheit, »den Demokraten so nicht akzeptieren können«. »Wir werden das Gespräch mit der AfD-Spitze suchen«, sagte LPK-Vorsitzende Uta Deckow.

Mit einem kreativen Aktion antwortete die »Dresdner Morgenpost« auf den Rauswurf des »SZ«-Kollegens. In der Montagsausgabe des Boulevardblattes findet sich an jener Stelle, wo die Zeitung eigentlich über den AfD-Parteitag berichten wollte, ein leeres Textfenster und eine kurze Erklärung: »Pressefreiheit beinhaltet nach unserer Auffassung auch, dass Inhalte geschrieben werden, die der AfD vielleicht nicht gefallen. Die Morgenpost hat deshalb entschieden, aus Solidarität mit dem SZ-Kollegen heute auf eine Berichterstattung über die AfD-Veranstaltung zu verzichten.« Morgenpost und die »SZ« erscheinen beide im gleichen Verlag. Agenturen/nd

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