In Bagdad kommen bittere Zeiten

Exekutive Extravaganzen des US-Präsidenten Trump bringen das fragile Machtgefüge Iraks in riskantes Rutschen

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Tagelang herrschte im Büro des irakischen Regierungschefs Haider al-Abadi in der vergangenen Woche ungewohnte Betriebsamkeit: Vertreter der schiitischen und sunnitischen Milizen, von politischen Parteien, einflussreiche Parlamentarier trafen zu Gesprächen mit dem Premier ein; das Thema stets: der US-Einreisestopp für Staatsbürger von sieben überwiegend muslimischen Ländern, darunter auch Irak.

Nur gut 10 000 Iraker reisen jährlich in die Vereinigten Staaten; die meisten können sich schon allein die horrende Visagebühr in Höhe von 160 US-Dollar, fast ein Drittel des monatlichen Durchschnittseinkommens, nicht leisten. Trotzdem hat die Nachricht vom Einreisestopp in Irak heftige Wut ausgelöst. Ohnehin ist der Unmut in der Öffentlichkeit seit dem Irak-Krieg 2003 und der darauf gefolgten jahrelangen Besetzung des Landes traditionell groß. Viele Iraker machen die US-Politik für die massive Verschlechterung der Sicherheitslage im Land verantwo...


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