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Grit Gernhardt ärgert sich über Fleischberge und gequälte Tiere

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»Fleisch ist mein Gemüse« - dieser Wahlspruch gilt hierzulande längst nicht mehr uneingeschränkt. Seit Jahren wächst die Zahl derer, die aus tier- oder umweltschützerischen beziehungsweise gesundheitlichen Gründen ihren Wurst- und Bratenkonsum einschränken. Wer aber nun hofft, auf diese Art würde der Massentierhaltung peu à peu die wirtschaftliche Existenzberechtigung entzogen, liegt falsch. Im Gegenteil: 2016 wurde in bundesrepublikanischen Schlachthöfen so viel Fleisch produziert wie noch nie.

Die scheinbare Diskrepanz lässt sich aber recht einfach auflösen: Wenn die Deutschen weniger Fleisch essen, wird es eben ins Ausland verkauft. Oft an Kunden, die sich weniger als die deutsche Mittelschicht damit beschäftigen, wie die Tiere während ihres kurzen Lebens gequält und mit welchen Medikamenten sie vollgestopft werden. Keinem einzigen Schwein, Rind oder Huhn bleibt also durch den Veggie-Trend hierzulande ein Dahinvegetieren in überfüllten Ställen erspart. Deswegen frustriert zum täglichen Schnitzel zurückzukehren, wäre aber der falsche Weg. Aufklärung und Proteste finden ihren Weg in die Ohren der Kunden und der Schlachtindustrie. Daneben ist die Politik gefragt: Die neuen Bauernregeln der Umweltministerin sind ein erster Schritt, aber gesetzliche Regelungen zum Tierschutz und gegen Massentierhaltung müssen dringend folgen.

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