Ein Langweiler preist Tugenden

Staatschef Klaus Johannis will Rumänien deutscher machen

  • Von Silviu Mihai, Bukarest
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Niemand traute einem langsam sprechenden Siebenbürger Sachsen so etwas zu, doch vor gut zwei Jahren gewann der bürgerliche Politiker Klaus Johannis die Präsidentschaftswahl. Dabei dürfte spätestens in diesen politisch stürmischen Tagen das Amt des Präsidenten Rumäniens kaum als erstrebenswert erscheinen: Die Erwartungen sind enorm, der Spielraum ist sehr gering, das Gehalt von nur 4800 Euro brutto eher unattraktiv. Wäre der junge Physiklehrer Klaus Werner Johannis 1992 zusammen mit seinen Eltern nach Würzburg ausgewandert, so würde er jetzt als Oberstudienrat wahrscheinlich mehr verdienen.

Glaubt man seinen Versprechen, will Johannis nichts Geringeres als ein Rumänien, das Deutschland ähnlicher ist. In einem oberflächlichen Sinne wünschen sich das auch alle Rumänen: Innerhalb Europas gibt es bekanntlich ein Wohlstandsgefälle, das selbst mit Hilfe klug investierter EU-Gelder nur sehr mühsam überbrückt werden kann. Mit einem Durchsc...

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