Der Mann, der vor dem NSU war

»Einzeltäter« Diesner - Sicherheitsbehörden ignorierten bereits vor 20 Jahren Nazizellen

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Rechtsextremismus hat feste Wurzeln in der bundesdeutschen Gesellschaft und der Staat kam und kommt seiner Abwehrpflicht zum Schutz der Demokratie nicht nach. Die folgenden Skizzen nehmen ihren Ausgang exakt vor zwanzig Jahren, handeln von einem Aufmarsch junger Nazis in Berlin, von Schüssen auf einen Buchhändler, von Hetze gegen Linke, von einem toten Polizisten, der Haftentlassung seines Mörders, von einem V-Mann des Verfassungsschutzes und Verbindungen zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU).

Der Naziaufmarsch

Am 15. Februar 1997 marschierte in Berlin-Hellersdorf die NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) auf. Alle in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien hatten sich einem Initiativantrag angeschlossen, in dem das Bezirksamt ersucht wurde, den Aufmarsch »mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln ... zu unterbinden«. Doch der Berliner Senat wollte offenbar die Eskalation. ...


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