Werbung

Getreide-Boom an Rostocker Kais

Überseehafen baut Kapazitäten weiter aus - und setzt auf geplante Vertiefung des Seekanals

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Rostock. Gleich um sieben Prozent konnte der Überseehafen Rostock in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2016 seinen Umschlag im Vergleich zum Vorjahr steigern. Brutto seien 26,8 Millionen Tonnen umgeschlagen worden - nur 2008, also vor der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009, sei ein besseres Ergebnis erzielt worden, teilte die Geschäftsführung kürzlich mit. Vor allem in den tonnenintensiven Hauptgutarten Flüssig- und Schüttgut sowie Fähr- und RoRo-Güter seien bemerkenswerte Zuwächse erzielt worden. Damit habe der Hafen seine Stellung als größter deutscher Ostseehafen ausgebaut.

Nach einem längeren Preistief für Getreide kommt derzeit mit steigenden Erlösen auch wieder Schwung in den Getreidehandel via Rostock. »Besonders gut sieht es beim Weizen aus«, sagte der Niederlassungsleiter der Getreide AG im Rostocker Überseehafen, Andreas Hammler. Kunden gebe es nahezu in aller Welt: »In den vergangenen Tagen haben wir Frachter Richtung Saudi-Arabien, Oman, Nordafrika oder auch nach Skandinavien beladen, sowohl mit Brot- als auch mit Futtergetreide.«

Im Überseehafen haben sich fünf namhafte Getreidehandelsunternehmen niedergelassen. Damit gehört Rostock zu den Top-Adressen für den Getreideumschlag in Deutschland. Im vorigen Jahr wurden nach Hafenangaben mehr als 8000 Anläufe registriert - die umgeschlagenen 26,8 Millionen Tonnen seien sogar das zweitbeste Ergebnis in der fast 60-jährigen Geschichte des Hafens. Dabei ist Getreide mit rund 3,5 Millionen Tonnen die wichtigste Schüttgutart.

Auch das Importgeschäft insgesamt wächst. Anfang Februar wurde erstmals ein Frachter aus Australien mit mehr als 60 000 Tonnen Raps von der Getreide AG gelöscht, sagte Hammler. Das Unternehmen betreibt neben seinen Lagerhallen eine Raps-Ölmühle. Wegen der zuletzt stark gesunkenen Erträge reicht das Angebot aus Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr aus, um die Anlagen durchgängig laufen zu lassen. »Wir müssen inzwischen auf dem internationalen Markt zukaufen«, sagte Hammler. Ursprünglich sollte die Mühle ausschließlich Raps aus Mecklenburg-Vorpommern verarbeiten. Im Vorjahr lagen die Erträge jedoch um ein Drittel unter dem langjährigen Mittel. Als ein Grund gilt das Beizverbot für Raps-Saatgut.

Für den Getreideumschlag werden die Kapazitäten im Überseehafen derzeit erhöht. Der Logistikspezialist Europort und der Agrar- Großhändler Beiselen errichten eine Siloanlage mit Getreidebelader. Damit wollen sie gemeinsam ihre Marktposition in Rostock ausbauen, wie Beiselen-Sprecher Thomas Schneider am Firmensitz in Ulm sagte. Zuletzt habe es wiederholt Kapazitätsengpässe gegeben. Die Eröffnung der Anlage sei Anfang 2018 geplant, die Kosten beliefen sich auf zehn Millionen Euro. Hinzu kämen 25 Millionen für die neuen Silos mit einer Kapazität von 160 000 Tonnen. Das entspricht etwa 8000 Lkw-Ladungen und reicht aus, um vier größere Frachter zu beladen.

Große Hoffnungen für die weitere Entwicklung setzen die Hafenchefs auf die angekündigte Vertiefung des Seekanals von 14,5 auf 16,5 Meter. Alleine die Ankündigung, dass diese mehr als 100 Millionen teure Baumaßnahme in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden sei, habe für eine steigende Nachfrage nach Neuansiedlungen gesorgt. Vorgesehen ist, dass Schiffe mit einer Maximalbeladung von 120 000 Tonnen in Rostock anlegen können. Das seien bis zu 25 Prozent mehr als heute. Gleichzeitig mit der Vertiefung des Seekanals müssten auch die Liegeplätze im Seehafen angepasst werden, was zu weiteren hohen Investitionen führen werde. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!