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Milo Yiannopoulos verlässt nach Pädophilie-Vorwürfen »Breitbart News«

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Er diente als Brücke zwischen der extrem rechten Alt-Right-Bewegung und dem bürgerlich-konservativen Lager: Der Journalist Milo Yiannopoulos verhalf dem antisemitischen, nationalistischen und rassistischen Portal »Breitbart News« zu großer Bekanntheit. Als schwuler Mann griechischer Herkunft, der sich rassistisch und frauenfeindlich äußerte, eilte ihm der Ruf eines Kämpfers für die Meinungsfreiheit voraus. Nun reichte er die Kündigung ein. Hintergrund ist ein Interview, das bereits Anfang 2016 veröffentlicht, aber erst am vergangenen Sonntag skandalisiert wurde. Darin sagte Yiannopoulos, dass Sex zwischen 13-jährigen Jungen und erwachsenen Männern durchaus »vollkommen einvernehmlich« sein könne. Männer würden schwulen Jungs auf diese Weise zeigen, »sich selbst zu finden« und ihnen »Sicherheit bieten«. Der Blogger bezog sich dabei auf eigene Erfahrungen.

Jahrelang wurde Yiannopoulos von Konservativen unterstützt. Nachdem ein Mittschnitt seiner Äußerungen über Twitter öffentlich wurde, wurde er jedoch am Montag auf der »Conservative Political Action Conference« (CPAC) von der Rednerliste gestrichen. Die CPAC ist eine jährliche, US-weite Konferenz republikanischer und konservativer Aktivisten. Zudem kündigte der Verlag »Simon & Schuster« an, das geplante Buchprojekt »Dangerous«, für das Yiannopoulos bereits einen Vorschuss von 250 000 Dollar erhalten haben soll, mit ihm nicht mehr realisieren zu wollen.

In der US-amerikanischen Linken wird schon länger gegen Yiannopoulos mobilisiert. Zuletzt löste Anfang Februar sein geplanter Auftritt in der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien heftige Studierendenproteste aus. Hunderte Menschen versammelten sich, warfen auf dem Campusgelände Scheiben ein, setzten Holzpaletten in Brand und schleuderten Steine auf Polizisten. Der Auftritt wurde damals abgesagt.

Wer jetzt für die Skandalisierung seiner Äußerungen über sexuellen Missbrauch von Kindern verantwortlich ist, bleibt unterdessen unklar. Seit über einem Jahr ist das Video auf Youtube frei zugänglich. Doch erst am Sonntag machte der Mitschnitt auf Twitter seine Runden. Quelle ist der Account »Reagan Battalion«, der sich selbst beschreibt als »Quelle für News, Informationen, Kommentare - aus konservativer Perspektive«. Das Video ist damit unmittelbar vor dem CPAC-Kongress in konservativ-aktivistische Kreise geraten, woraufhin die Streichung des Redebeitrags von Yiannopoulos gefordert wurde. Sein Rückzug von »Breitbart News« ist Ergebnis des öffentlichen Drucks, der daraufhin von konservativer Seite aufgebaut wurde.

Die Netzeitung »The Daily Dot« hat versucht herauszufinden, wer hinter »Reagan Battalion« steht. Die Zeitung schreibt, dass sie auf direkte Anfragen an die Socialmedia-Accounts keine Antwort erhalten habe. Auf der Website seien einige konservative Blogs verlinkt - »Daily Caller«, »National Review« oder »Federalist« -, deren Betreiber wiederum jede Beziehung zu »Reagan Battalion« verneinten. Im Vorwahlkampf der Präsidentschaftswahlen habe der Account jedoch den republikanischen Kandidaten Evan McMullin unterstützt. Der Politiker war eine führende Stimme in der NeverTrump-Kampagne. Alte Facebook-Links von »Reagan Battalion« führten zudem zu der Seite »Stop Donald Trump PAC«, die inzwischen gelöscht ist.

Obwohl auch »The Daily Dot« nicht klären konnte, wer hinter der Veröffentlichung des Yiannopoulos-Videos steckte, führen die Spuren zumindest den Retweets zufolge in jene konservativen Kreise, die Trump kritisieren. Yiannopoulos, den Verbindungsmann zur rassistischen Alt-Right-Bewegung, haben sie zunächst mundtot gemacht. »Es wäre nicht richtig, wenn meine falsche Wortwahl die Berichterstattung meiner Kollegen behindert. Also scheide ich heute bei Breitbart mit sofortiger Wirkung aus. Das ist allein meine Entscheidung«, erklärte der Journalist. Breitbart habe ihm ermöglicht, »konservative und freiheitliche Ideen in die Gemeinschaft zu tragen, die diese sonst nie gehört hätte«. Der Blogger kündigte an, ein eigenes Medienunternehmen gründen zu wollen.

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