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Die Schwäche der Anderen

In einer eigenartigen Saison darf Hertha BSC trotz einer Negativserie noch immer vom Europapokal träumen

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

Acht Spiele, sieben Punkte, fünf Niederlagen: Das liest sich wie die Bilanz eines Klubs, der gegen den Abstieg kämpft. Es sind aber die letzten Zahlen von Hertha BSC - und die Berliner sind in der Bundesliga derzeit Sechster, ein Platz mit europäischem Startrecht in der kommenden Saison. Nur drei Punkte trennen Hertha von Borussia Dortmund auf Rang drei und damit von der direkten Teilnahme an der Champions League.

Im gleichen Zeitraum holte Werder Bremen einen Punkt mehr als die Berliner. Der FC Ingolstadt gewann vier seiner letzten acht Spiele und kommt auf zwölf Punkte. Beide Vereine stehen aber als Dritt- beziehungsweise Vorletzter am Ende der Tabelle. Auf Floskeln und Fußballweisheiten ist immerhin noch Verlass in einer eigenartigen Spielzeit: Wer erst mal unten drin steht, kommt da so schnell nicht wieder raus. Und dann kommt meistens ja noch das Pech hinzu.

Vom Glück des Tüchtigen zehrt derzeit noch Hertha BSC. Die Winterpause verbrachte der Klub mit stolzen 30 Zählern als Dritter. Die Schwächephase der Berliner begann schon kurz davor - mit einer Heimpleite gegen die abstiegsbedrohten Bremer. Im neuen Jahr folgten dann zwei Auswärtsniederlagen. Erwartbar war jene bei Bayer Leverkusen, enttäuschend die darauffolgende in Freiburg - zumindest für einen Klub, der sein Ziel zur Saisonhalbzeit nach oben korrigiert hat.

Am 20. Mai will Hertha BSC mindestens Sechster sein. Ganz vorsichtig wurde in Berlin sogar über die Europa League hinaus geschaut, Platz vier würde immerhin die Qualifikation zur Champions League ermöglichen. Die eigene Stärke erklärt die selbstbewussten Ambitionen nur unzureichend, es ist auch die Schwäche der Anderen. Dortmund kam lange nicht in Tritt. Leverkusen als Achter, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach auf den Rängen zehn und elf sowie der VfL Wolfsburg als Fünftletzter rennen noch immer ihren hohen Ansprüchen hinterher.

Dass die Berliner noch nicht weiter in der Tabelle abgerutscht sind, liegt an ihren Tabellennachbarn: der Vierte 1899 Hoffenheim, Eintracht Frankfurt auf Platz fünf oder der siebtplatzierte 1. FC Köln. Sie allesamt sind - wie Hertha BSC - keine Spitzenklubs. Diese zeichnen sich während einer langen Saison vor allem durch Konstanz aus. Aber die Klubs aus der Mittelschicht lassen eben öfter mal Punkte gegen die Konkurrenz aus dem Keller liegen. So gewann der abgeschlagene Tabellenletzte SV Darmstadt 98 beispielsweise gegen Frankfurt und punktete gegen Hoffenheim.

»Wenn wir so spielen wie gegen die Bayern, dann werden wir erfolgreich sein«, hatte der Berliner Mittelfeldspieler Vladimir Darida nach dem unglücklichen 1:1 gegen die Münchner am vergangenen Sonnabend schon auf das kommende Duell geblickt. An diesem Sonnabend empfängt Hertha BSC die Frankfurter Eintracht. Trainer Pal Dardai nahm das Remis gegen den FC Bayern sogar als Mutmacher für den Rest der Saison.

Die Berliner hoffen auf eine Trendwende. Aber: Ein gutes Spiel gegen den Rekordmeister war noch nie aussagekräftig. Denn gegen den FC Bayern gibt man immer etwas mehr als üblich. Und: In dieser Saison gilt das umso mehr. Denn auch die Münchner schwächeln, zumindest im Vergleich zu ihrem dominanten Auftreten in den vergangenen vier Jahren. Da führten sie die Liga zum vergleichbaren Zeitpunkt schon mal mit 15 oder 16 Punkten Vorsprung auf Zweiten an. Jetzt sind es gerade mal fünf.

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