Geklaut, zusammengeschlagen, gestorben

Berliner Landgericht verhandelt gegen Edeka-Filialleiter vom Bahnhof Lichtenberg nach Tod eines Ladendiebs

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der 17. September 2016, ein Sonnabend, kurz nach 8 Uhr. In der Kaufhalle im S-Bahnhof Lichtenberg herrscht reger Betrieb. Filialleiter André S. (29 Jahre) bemerkt einen »Kunden«, wie er vermutlich eine Flasche in seinem Mantel verschwinden lässt. Kurz entschlossen packt er ihn, bringt ihn in die hinteren Räume und prügelt ihn dann nieder. Als der Mann wehrlos am Boden liegt, tritt S. noch mal nach. Bei den Schlägen trägt er Quarzhandschuhe, die die Wirkung der Hiebe noch verstärken. Das Opfer hat schwere, sichtbare Kopfwunden. Dann schubst der Filialchef das blutende Opfer, ein 34-jähriger obdachloser Moldawier, durch den Hinterausgang auf den Hof. Der Fall war für ihn erledigt. Auf eine Anzeige bei der Polizei wegen der Flasche verzichtete er.

Erst, als ein paar Tage später die Mordkommission vor der Tür steht, erfährt er: Der Mann ist an den Folgen der Gewalttat gestorben. Das Opfer Eugeniu B. ging zwei Tage nach dem Vorfall zum...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.