Schlecker: Wenige fanden einen gleichwertigen Job

Viele Verkäuferinnen gerieten mit der Insolvenz in die Teilzeitfalle oder wurden gegen ihren Willen zwangsverrentet

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Monika di Silvestre aus dem pfälzischen Speyer gehörte zu den ersten Betriebsratsmitgliedern im Schlecker-Imperium. 17 Jahre lang schlug sie sich in dieser Funktion mit den Tricks und Kniffen des Managements herum. Ihr kam es merkwürdig vor, dass damals ausgerechnet für den Gründonnerstag, den verkaufsintensivsten Tag des Jahres, von oben her die Menge an bestellten Artikeln für die Filialen drastisch reduziert wurde. Die Nachricht vom Insolvenzverfahren erfuhr sie zuerst von Kunden. Diese waren über die Medien offensichtlich besser informiert als die Betriebsräte und Filialleiterinnen, die erst später per Fax offiziell unterrichtet wurden.

Heute gehört di Silvestre bundesweit zu einer Handvoll ehemaliger Schlecker-Betriebsratsmitglieder, die hauptamtliche Gewerkschaftssekretärinnen wurden. Als kommissarische Leiterin des ver.di-Fachbereichs Handel für Rheinland-Pfalz und das Saarland hat sie einen Überblick über den Werdegang vie...

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