Werbung

Wertschöpfung für Afrika

Martin Ling über die Grenzen des Ansatzes von Gerd Müller

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperation kann so einfach sein: Vorne afrikanische Früchte rein, hinten kommen bei der vollautomatischen Abfüllanlage eines deutschen Herstellers Tetrapacks mit leckeren Säften raus. So etwas gibt es wirklich, zum Beispiel beim erfolgreichen kenianischen Getränkehersteller Kevian. Selbstverständlich ein Vorzeigeprojekt für den deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller, der wie einst in Kenia auch bei seiner Reise nach Burkina Faso, Côte d'Ivoire und Tunesien gerade wieder auf die Bedeutung von innerafrikanischer Wertschöpfung mit deutscher Hilfe hingewiesen hat. Durchaus mit Fug und Recht.

Müller zur Côte d'Ivoire: »Fairer Handel ist der Schlüssel für Entwicklung. Es kann doch nicht sein, dass die Kakao- und Kaffeebauern von ihrer harten Arbeit nicht leben können und Kinder, statt in die Schule zu gehen, auf den Plantagen wie Sklaven schuften müssen. Mit höheren Standards und Löhnen schaffen wir mit der deutschen Entwicklungspolitik Perspektiven für die Menschen vor Ort. Wollen wir hier erfolgreich sein, brauchen wir auch mehr Weiterverarbeitung im Land, die dafür nötige Ausbildung der Jugend und den konsequenten Abbau von Handelsbarrieren der EU. Das ist moderne Zukunftspolitik mit Afrika.«

Das Problem ist, dass diese moderne Zukunftspolitik Zukunftsmusik ist. Noch ist Afrika vor allem Rohstofflieferant und das, seit die Weltwirtschaftsordnung in Kolonialzeiten festgezurrt wurde. Dem Globalen Süden Raum für Wertschöpfungsketten zuzugestehen, was die Stufen vom Ausgangsmaterial bis zum Endprodukt beschreibt, wobei generell die Wertschöpfung mit dem Verarbeitungsgrad steigt, ist eine Conditio sine qua non für nachholende Entwicklung. Die herrschenden Verhältnisse sprechen aber nicht dafür, dass sie mehr als die Ausnahme von der Regel bleibt – wie bei Kevian.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen