Gutes Leben - mit Abholzung und Brandrodung

Boliviens Regierung versprach einst den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen - die Realität sieht anders aus

  • Von Knut Henkel, La Paz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Jedes Jahre werde in Bolivien eine Fläche in der Größe von 204 000 Fußballfeldern entwaldet, vermeldete kürzlich die Stiftung »Tierra«. Allein zwischen 2000 und 2015 hat das Land 3,26 Millionen Hektar Wald verloren, wie aus Statistiken des Umweltministeriums hervorgeht. Auch mit dem Regierungsantritt von Boliviens erstem indigenen Präsidenten, Evo Morales, hat es keine Abkehr von der Abholzungspolitik gegeben.

»Die Agrarpolitik der Regierung ist komplett unverantwortlich«, kritisiert Patricia Molina, Direktorin des Forums Umwelt und Entwicklung aus La Paz, gegenüber »nd«. Jüngstes Beispiel sei die Ausweitung des Kokaanbaugebiets in der Urwaldprovinz Chapare im tropischen Tiefland Boliviens und in den Yungas-Tälern, so die Agrarexpertin. »Das geht auf Kosten des Regenwaldes.« Der Präsident bediene die Interessen seiner Klientel, der Kokabauern, und habe sich mit dem Sojaplantagensektor arrangiert, moniert Molina. Dabei gehe die Reg...


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