Von Aert van Riel

Der Trumpf des SPD-Kandidaten

Aert van Riel zur Absage von Martin Schulz an den Koalitionsgipfel

Die Vorgänger von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatten ein großes Problem. Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück waren als Minister in einer Großen Koalition unter Angela Merkel eingebunden. Beide konnten keine glaubwürdige politische Alternative zur Kanzlerin verkörpern, mit der sie einige Jahre weitgehend harmonisch zusammengearbeitet hatten. Schulz wird dagegen von vielen Menschen nach seiner Karriere im Europaparlament nicht mit der wenig ruhmreichen Bundespolitik der SPD in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht. Deswegen kann er im Wahlkampf Merkel attackieren, ohne sich dabei in Widersprüche zu verwickeln.

Diesen Trumpf will sich Schulz nicht aus der Hand nehmen lassen. Offensichtlich hat er deswegen nun seine Teilnahme am Koalitionsgipfel Ende des Monats abgesagt. Er will sich vertreten lassen. Eigentlich gehört es zu den Gepflogenheiten, dass bei dem Treffen die Parteivorsitzenden der Bündnispartner anwesend sind. Die Begründung von Schulz, er müsse an dem Abend zu einer Feier der SPD-Bundestagsfraktion, klingt wie eine Ausrede. Für seine potenziellen Wähler hätten die Verhandlungsergebnisse des neuen Chefs der Sozialdemokraten mit der Union aufschlussreich sein können. Denn hier sind klare Worte und Entscheidungen gefragt. Beides dürfte Schulz wesentlich schwererfallen, als Wahlversprechen abzugeben.

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