Illegale in türkischen Nähstuben

Syrische Flüchtlinge werden bei Textilproduktion für europäische Händler ausgebeutet

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der Nachbarschaft von Bego Demir kam unlängst ein syrischer Textilarbeiter ums Leben. Nach einer überlangen Schicht geriet er mit dem Arm in eine Maschine; den Unfall habe er nicht überlebt. Demir, Aktivist beim türkischen Ableger der »Clean Clothes Campaign« (CCC; Kampagne für saubere Kleidung), sieht das nicht als Einzelfall. Die Textilindustrie seines Landes stütze sich zunehmend auf syrische Flüchtlinge, die ohne reguläre Arbeitsverträge beschäftigt und ausgebeutet würden. »Sie erhalten nur die Hälfte des Mindestlohns«, sagt Demir, »dabei reicht dieser ohnehin nicht aus, um einigermaßen über die Runden zu kommen«.

Die Türkei gehört zu den Hauptstandorten der Textilindustrie weltweit. Jahrelang war sie wichtigster Lieferant für die großen Handelsketten in Europa. Inzwischen ist zwar China zur Nummer eins aufgestiegen; die Betriebe in Istanbul und Izmir bleiben aber wichtig für Aufträge mit kurzen Lieferfristen. Offiziell bes...


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