Werbung

Ratte mit Witz

Reiseführer für kleine Leute in Leipzig

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Unter fast 580 000 Leipzigern dürfte es doch einige Altersgenossen geben, die als Freunde für Paul in Frage kommen. Doch zunächst trifft der Zugezogene in der neuen Stadt auf einen kleinen Pinselflitzer. So jedenfalls könnte man die possierlichen braunen Kletterkünstler mit dem buschigen Schwanz nennen, die im Clara Park in Leipzig umherwuseln. Baum rauf, Baum runter. Ehe es sich der Neuankömmling versieht, hat ihn doch so ein Pinselflitzer mit hinauf in sein Ästequartier genommen. Beinahe hätte Paul auf Eichhörnchens Balkon seine Mutter vergessen, die am Eisstand steht und mehr Spannendes über diesen Park erzählen kann. Namensgeberin ist Clara Josephine Zetkin. Die Frau mit dem supermodernen Vornamen lebte vor 140 Jahren in Leipzig und setzte sich gegen Krieg ein.

Melanie Schreer/ Anemone Kloos: Willkommen in Leipzig, Paul. Geschichten für kleine Stadt-Entdecker.
be.bra Verlag. 109 S., br., 12 €.

Die nächste Bekanntschaft ähnelt dem sprechenden Eichhörnchen fast ein wenig, nur der Schwanz ist nackt, und seine Trägerin nennt sich Conny Lachsack und ist berühmt für ihre Kugelwitze. Paul trifft die waschechte Connewitzer Ratte im Keller seines neuen Wohnhauses, wo sie gerade seine selbstgebastelte Melonenkernkette verspeist hat, die er eigentlich seinem Vater schenken wollte. Aber die Ratte ist einfach sympathisch und kann viel Interessantes über den Stadtteil Connewitz berichten, der früher mal ein Dorf war, auf dessen Anger die Pferde weideten. Freund Numero Drei ist komisch angezogen, erzählt Geschichten von Mephisto und Faust. Er staunt über die Menschen, die sich kleine Kästen ans Ohr halten. Paul muss dem alten Herrn Goethe erst einmal das Handy erklären.

Wie leicht zu erraten ist, lernt Paul auf seinen Erkundungszügen mit Mama die neue Heimatstadt lieben. Er findet den gewünschten Freund in Gestalt eines Mädchens mit dem schönen Namen Safia. Doch vorher lernt er vom Entenrennen über die Elefantenrutsche bis hin zum Glühwürmchenumzug noch viel Erlebenswertes von Leipzig kennen.

Melanie Schreer und Anemone Kloos haben eine Art Kinderreiseführer verfasst, der neben Pauls Geschichte die schönsten Spielplätze und Abenteuerorte beschreibt, die wichtigsten Töchter und Söhne der Stadt aufführt und kleine Stadtteilkarten zum besseren Zurechtfinden enthält. Dabei haben sie ein schönes Maß zwischen Fantasie und Wirklichkeit gefunden; sie erklären nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Besonders hervorzuheben sind die frischfarbigen, detailreichen Bildkompositionen. Mein Favorit: die süße Ratte mit dem vollgepackten Jutesack.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen