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Zurück in die Zukunft auf Crack

Die TV-Serie »Rick und Morty« ist eine irre Hommage an Robert Zemeckis Filmtrilogie

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 3 Min.

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Ein gigantischer fliegender Alienkopf erscheint über der Erde. »Zeigt mir, was ihr draufhabt«, fordert er die verwirrten Planetenbewohner auf. Schnell bilden sich Kulte, deren Anhänger sich den vermeintlichen neuen Herrschern unterwerfen und dabei finanziell ausgebeutet werden. Nur der brillante, aber von vielerlei Drogen abhängige Wissenschaftler Rick Sanchez und sein Enkel Morty wissen, worum es sich wirklich handelt: Der Riesenkopf entstammt einer Alienrasse, die sich auf der Suche nach einem neuen Hit für ihren intergalaktischen Musikwettbewerb befindet. Die Regeln sind einfach: Sollten die Menschen das universelle Publikum nicht zufriedenstellen, wird die Erde zerstört. Zu schade, dass alle heimischen Musikstars bei einem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Rick und Morty müssen also selber zum Mikrofon greifen. »Get Schwifty« lautet ihr Ohrwurm. Können sie das Alienpublikum damit zufriedenstellen?

Es sind absurde und gleichwohl intelligente Geschichten wie diese, die der Serie »Rick und Morty« in kürzester Zeit im Internet zu einem Kultstatus verholfen haben. Kein Wunder, war Schöpfer Dan Harmon doch bereits für die populäre US-Comedyreihe »Community« verantwortlich. Für seine neue Show holte er sich dann noch bei Matt Groenings Klassikern »Simpsons« und »Futurama« Inspiration. Sowohl Familiendrama als auch Hardcore-Science-Fiction sollten ihren Platz finden. Die seit 2013 auf dem US-Kabelsender »Adult Swim« ausgestrahlte Animationsserie mit den beiden schrulligen Hauptfiguren ist jedoch noch um einiges vielschichtiger als die Groening-Erzählungen und auch explizit für Erwachsene gedacht. An Gewalt und schwarzem Humor wird bei »Rick und Morty« nicht gespart - ebensowenig wie an Anspielungen auf Popkultur, Philosophie, Wissenschaft und den Science-Fiction-Kosmos.

Das einzige Nerdthema, dass aus rechtlichen Gründen großräumig umschifft wird, sind Zeitreisen. Die Orientierung der Serie an Robert Zemeckis Filmtrilogie »Zurück in die Zukunft« ist zu offensichtlich. Die Story ist schnell umrissen: Rick Sanchez (Karikatur von Doc Brown) ist ein alternder, hochintelligenter Exzentriker, Alkoholiker und Nihilist, der bei seiner Tochter im Keller wohnt. Mit seinem naiven 14-jährigen Enkel Morty (Karikatur von Marty McFly) reist er in den einzelnen Episoden in fremde Galaxien und Paralleluniversen oder beschäftigt sich mit bizarren Erfindungen. Nebenfiguren sind die unter Eheproblemen leidenden Eltern von Morty, der unsichere Jerry und die dominante Beth, sowie Mortys 17-jährige Schwester Summer.

In den einzelnen Folgen müssen sich Rick und Morty gegen eine hyperintelligente Hundearmee zu Wehr setzen, aus einem Gefängnis ausbrechen, das aus multiplen virtuellen Realitäten besteht, oder ein Kind großziehen, das Morty aus Versehen mit einem außerirdischen Sex-Androiden gezeugt hat. Ethische Fragen nach dem Umgang mit fremdartigen Kulturen und Intelligenzen sowie zahlreiche Dilemma-Situationen, die sich entweder durch Mortys unbedarfte Freundlichkeit oder Ricks zynischen Hedonismus ergeben, regen zum Grübeln an. Auch das komplizierte Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden Hauptfiguren wird regelmäßig thematisiert.

Nach zwei erfolgreichen Staffeln stellen sich die Fans nun die Frage, wann es weitergeht. »Adult Swim« hat die Serie für eine 14-teilige dritte Runde verlängert, doch bisher keinen Starttermin verkündet. Ein kürzlich veröffentlichter offizieller Trailer weckte zwar zahlreiche Hoffnungen, entpuppte sich aber nur als Scherz der Produzenten. Wie Rick lachend sagen würde: »Wubba lubba dub dub!«

Zu sehen bei Sky und TNT Serie

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