Späte Geständnisse, neue Erkenntnisse

Die Studie über gedopte westdeutsche Leichtathleten beeinflusst auch die aktuelle Spitzensportreform

  • Von Kristof Stühm und Nikolaj Stobbe, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Keine Frage, Clemens Prokop wird sich das Buch nächste Woche kaufen. »Ich bin gespannt darauf, die Studie zu lesen, um die neuen Erkenntnisse richtig einordnen zu können«, sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes: »Wie sahen die Strukturen aus, vor welchem Hintergrund geschah das damals?«

Die Doktorarbeit von Simon Krivec, in der unter anderem 31 bundesdeutsche Leichtathleten zugeben, in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren anabole Steroide genommen zu haben, sorgt weiter für Wirbel. Auch wenn die Tatsache, dass in Ost und West gedopt wurde, niemanden »mehr wirklich überraschen« kann, wie Prokop sagte, hat die Diskussion um die zu ziehenden Konsequenzen aus der Arbeit, die am Montag veröffentlicht wird, längst begonnen. Besonders im Hinblick auf die Spitzensportreform, die stark auf den Gewinn von Medaillen ausgelegt ist.

Für Krivec gerate die heutige Athletengeneration durch die Reform des Deutsche...


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