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Blackbox Mossul

Roland Etzel zum Krieg der Anti-IS-Koalition in Irak

Die sogenannte Anti-IS-Koalition zur Eroberung von Mossul ist ein Mysterium; eine »Blackbox«, von der niemand weiß, besser: wissen soll, was drinnen geschieht. Die Milizen des Islamischen Staats werden jetzt offenbar auf harscheste Weise militärisch eliminiert. Allerdings ist selbst das wohl nur ein Teil der Wahrheit.

Die Ungewissheiten beginnen bei der Koalition selbst, die die Bezeichnung kaum verdient, weil jeder darin vor allem auf eigene Rechnung mitmischt. Der Öffentlichkeit wird wohlweislich verschwiegen, wer hier - neben den USA - tatsächlich in den Befehlsständen sitzt und Ziele auswählt.

An der völkerrechtlichen Legitimität des Vorgehens gegen die sunnitisch-fundamentalistischen Milizen des Islamischen Staats (IS) bestehen keine Zweifel, wohl aber an der Art, wie dieser Krieg von Seiten bestimmender Teile der Koalition geführt wird. Bereits bei der Befreiung oder besser Rückeroberung anderer irakischer Städte war es mehr als nur eine Ahnung, dass sich die »Befreier« um die Einhaltung des Kriegsvölkerrechts wenig scherten. Amnesty International hat dies jetzt nur ein weiteres Mal unterstrichen.

Die Amerikaner, denen Flächenbombardements von zivilen Bereichen Mossuls vorgeworfen werden, scheint ihr Wehklagen nach den russisch-syrischen Luftangriffen beim Kampf um Aleppo jetzt nicht mehr zu interessieren. Wohl auch, weil es einen wesentlichen Unterschied zu Aleppo gab: Die Belagerten dort hatten Abzugsmöglichkeiten und nutzten sie am Ende auch. Von Mossul ist auch darüber nichts bekannt.

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