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Wohin wir sterben

Vor vier Monaten verstarb die große Schauspielerin und Sängerin Gisela May. Kaum eine Frau hat Barbara Thalheim so beeindruckt wie sie. Ein Nachdenken über Ruhm, Alter und was bleibt.

  • Von Barbara Thalheim
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Unweit meiner Berliner Wohnung befindet sich der Dorotheenstädtische Friedhof. Auf manchen Gräbern liegen Botschaften, Bitten, persönliche Wünsche, Geschenke, adressiert an Verstorbene. Christa Wolfs Grab zum Beispiel wird mit allerlei Schreibgerät bedacht. Nun hat auch Gisela May ihre letzte Ruhestätte auf dem Dorotheenstädtischen gefunden. Auf ihrem Grab lagen neulich zwei Fahrkarten und ein Flugticket. Nachweise weiter Anreisen, Belege der Mühe für eine letzte Verneigung vor La May, der Grande Dame des politischen Chansons.

12. Januar 2017: Friedhof Berlin-Baumschulenweg. Keine Gesangbücher. Kein Pfarrer. Keine Orgelmusik. Gisela May hatte ihre Trauerfeier selbst geplant und auch den Ort dafür, die 1999 fertiggestellte Trauerhalle in Baumschulenweg, gewählt. Gisela Mays letzter großer Auftritt war fast ein Staatsbegräbnis. Auf dem Podium leuchtendes Gelb. Van Goghs Gelb. In einem Meer aus Sonnenblumen war die Urne der Verstorbe...


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