Verdächtiges Subjekt

Nach sieben Jahrzehnten kehrte das »Gefangenschaftsbild« des Dichters zurück ins Kleist-Museum in Frankfurt (Oder)

  • Von Miriam Sachs
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) ist um ein Ausstellungsstück reicher, das ihm seltsamerweise eigentlich bereits seit 1938 gehört: Am vergangenen Sonntag wurde ebenjenes »Gefangenschaftsbild« des Dichters vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, wohin es auf verschlungenen Pfaden gelangt war, offiziell an die Stadt Frankfurt (Oder) übergeben. Das Ölgemälde auf Büttenpapier von unbekannter Hand zeigt Heinrich von Kleist in den Monaten seiner französischen Gefangenschaft. Es ist 1807 offensichtlich von einem Laien angefertigt worden und gilt als eine der raren »Urkunden über sein Aussehen«.

Bei der Präsentation im Kleist-Museum war allenfalls zwischen den Zeilen herauszuhören, dass eine gehörige Portion Experten-Ego vonnöten ist, um Raritäten der Öffentlichkeit vorzuenthalten - und eine weitere, um sie wieder aufzuspüren. Um den Prozess abzuschließen, bedarf es dann auch noch einiger Diplomatie. Von Fettnäpfchen war die Rede, die die ...


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