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Robby ist wieder in Deutschland

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Statt im Schnee präsentiert Robby seine Medaille vom Nordpolmarathon unter blühenden Bäumen in Berlin.
Statt im Schnee präsentiert Robby seine Medaille vom Nordpolmarathon unter blühenden Bäumen in Berlin.

Der erste Arbeitstag nach der österlichen Ruhe brachte eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte: Robby Clemens, den wir alle noch nahe des Nordpols vermuteten, stand plötzlich in Berlin vor meinem Schreibtisch. Was war passiert? Doch noch ehe er etwas sagen konnte, signalisierte sein strahlendes Gesicht Entwarnung: Nein, die Tour ist nicht zuende, und Ja, mit mir ist alles in Ordnung.

Dann erzählte er die Geschichte, die ihn zwang, sich am Ostermontag in Island ins Flugzeug zu setzen, um nach Berlin zurückzufliegen: Rechtzeitig hatte er vor einigen Monaten sein Visum für die USA beantragt. Auf einem Fragebogen musste er auch erklären, wie er in die USA einreist und das Land auch wieder verlässt. Verlangt wurden dafür die Flugbuchungen. Die aber konnte Robby nicht beilegen, weil er das Land sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise auf eigenen Füßen betreten bzw. verlassen wird und somit keine Flugbuchungen hatte. Stattdessen erklärte er, was er vorhat und legte seinen Tourplan bei , aus dem zu entnehmen ist, wie seine Reise erfolgt, und er hoffte, dass das für die Erteilung des Erweiterten Touristenvisums über 180 Tage Aufenthalt im Land ausreicht. Aber denkste: Kurz vor seiner Abreise teilte ihm das Konsulat der USA in Berlin mit, dass man ihm leider kein Visum erteilen kann. Aber wenigstens »luden« sie ihn zu einem klärenden Gespräch ein. Allerdings erst für den 18. April, einem Zeitpunkt also, wo er längst mit seinem Spezialtraining für die Grönlanddurchquerung begonnen haben wollte.

»Ich war schon ganz schön aufgeregt, als ich heute morgen im Konsulat antrat«, erzählte er . »Würden die mir mangels Flugtickets einen Strich durch den Lauf in den USA machen?« Haben sie nicht, wusste ich, bevor Robby Einzelheiten erzählte. Denn sein Gesicht sprach Bände. Robby war regelrecht begeistert von dem, was er gerade im Konsulat erlebt hatte. Anfangs musste er zig Fragen beantworten - beginnend von seinen finanziellen Mitteln, um herauszubekommen, ob er sich während seines Aufenthaltes im »Land der unbegrenzten Möglichkeiten« selbst ernähren kann, ohne eine Bank zu überfallen, zu seinen familiären Verhältnissen und vor allem zu seinen Absichten, die ihn in die USA führen. Das war die Frage, auf die Robby nur gewartet hatte. Er erzählte euphorisch von seinem bereits begonnenen Lauf vom Nordpol zum Südpol, darüber, wie es dazu gekommen ist und warum er sich diesen Lebenstraum unbedingt erfüllen will. Er schwärmte von seinem gerade so erfolgreich verlaufenen Nordpolmarathon, von den anderen »Verrückten«, die er dort kennengelernt hat und dass er, entsprechend seines lange feststehenden Plans, am 28. Juni die kanadisch-amerikanische Grenze überschreiten und rund vier Monate das Land unter die Füße nehmen will, um es am 22. Oktober in Richtung Mexiko wieder zu verlassen.

Es dauerte nur kurze Zeit, da waren die Konsulatsmitarbeiter Feuer und Flamme für das was sie da hörten. »Ich habe für eine Zeit den Geschäftsbetrieb lahmgelegt«, freute sich Robby diebisch. »Und was ist nun mit dem Visum?«, wollte ich wissen. »Das habe ich umgehend erhalten. Wenngleich die Bürokratie dann doch wieder grüßen lässt, denn rund eine Woche wird es nun noch dauern, bevor ich es zugeschickt bekomme. Zeit für mich, meine Familie noch mal zu sehen, ein paar Nächte im eigenen Bett zu schlafen und noch ein paar Dinge zuhause zu regeln.«

Also, alles im Lot! Der Lauf vom Nordpol zum Südpol geht weiter. Robby ist auf dem Weg, auch wenn er dabei manchmal einen kleinen Umweg in Kauf nehmen muss.

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