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Raus aus der Szene

Ein Kongress sucht Wege in die Selbstverwaltung

Seit fast zehn Jahren befindet sich Griechenland im Würgegriff der Troika. So lange auch wehren sich dort Linke dagegen, unter anderem mit Fabrikbesetzungen und dem Aufbau sozialer Zentren. Eine Gruppe linker Berliner Gewerkschaftler hält seit Jahren Kontakt zu den griechischen Aktivisten.

Ihre Bemühungen werden auf verschiedenen bevorstehenden Veranstaltungen eine Rolle spielen: So wird ab dem 27. April in Berlin eine Fotoausstellung über die griechischen Kämpfe informieren. Die Berliner Konferenz »Selbermachen« vom 28. bis 30. April wird speziell auf die aktuelle Situation der besetzten Fabriken in Griechenland eingehen. Organisiert wird dieses internationale Zusammentreffen von Stadtteilgruppen, Erwerbslosen- und Antifagruppen verschiedener Städte. Die »Umorientierung von einer Szene- und Kampagnenpolitik zur Basisorganisierung« wird das zentrale Motiv der Konferenz sein, so erklärt es die Vorbereitungsgruppe.

Auf der Konferenz werden auch kurdische Erfahrungen mit Selbstverwaltung diskutiert werden, ebenso wie zarte Organisierungsansätze in Deutschland. So wird dort beispielsweise das Berliner Bündnis gegen Zwangsräumungen über seine nunmehr fünfjährige Arbeit berichten. Eine Rolle wird auch das Thema der Selbstausbeutung in Kollektiven und selbstverwalteten Fabriken spielen.

100 Jahre nach der Oktoberrevolution lautet eine wichtige Frage der parteiunabhängigen Linke immer noch: Ist eine echte Selbstorganisation in kapitalistischen Gesellschaften überhaupt möglich?

Am Abend des 29.April laden verschiedene politische Gruppen zum Erfahrungsaustausch über Organisierungsprozesse in prekären Arbeitsverhältnissen ein. Unter dem Titel »Gegenmacht ohne Produzentenmacht« werden Initiativen aus Großbritannien, Berlin und Frankfurt am Main über Arbeitskämpfe berichten, in denen trotz fehlender Druckmittel Erfolge erzielt werden konnten.

www.selbermachen2017.org

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