»Deliverunion« gestartet

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 1 Min.

Rennräder sind an den Zaun vor dem Kunst- und Kulturzentrum »Zukunft am Ostkreuz« gelehnt. Viele der wartenden jungen Menschen, fast nur Männer, tragen Radlerhosen. Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiterunion (FAU), eine anarchistische Basisgewerkschaft, hatte für Dienstagabend zum Kampagnenstart der »Deliverunion« geladen. Das Interesse war groß: Rund 100 der fast 1000 Fahrradfahrer der Lieferdienste Deliveroo und Foodora - ungefähr paritätisch vertreten - versammelten sich schließlich im Kinoraum, um sich über ihre Arbeitsbedingungen auszutauschen. Eine kurze Umfrage ergab kein eindeutiges Bild: Nur zehn bis 15 bezeichneten sich als tendenziell unzufrieden, genauso wenige als tendenziell zufrieden.

Große Unterschiede gibt es zwischen angestellten und nicht angestellten Fahrern, wobei nur Deliveroo mit Selbstständigen zusammenarbeitet. Unabhängig vom Status müssen den Rednern zufolge - eine ehemalige Fahrerin und eine Vertreterin der FAU - alle Arbeitsmittel selbst bezahlen: Rad, Kleidung und das Handy, über das sie ihre Aufträge erhalten, sowie alle Reparaturen. Das soll sich ändern. Die Fahrer wollen außerdem Transparenz über die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden und eine garantierte Mindeststundenzahl pro Monat. Die Forderungen schickte die FAU am Dienstag an die Unternehmensleitungen. Konkrete Angaben über die weiteren Schritte wurden nicht bekannt gegeben. Nur ein Datum und Ort: 18. Mai am Lausitzer Platz in Kreuzberg. Was die Fahrer da erwartet, blieb im Ungewissen.

Dazu passende Podcast-Folgen:
  • ndPodcast
    Berliner*innen werden laut gegen Verdrängung / Außerdem: Brandanschlag gegen Hausprojekt / Tramlinie durch den Görli / Berliner Vermüllung
    • Länge: 00:16:57 Stunden

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