Werbung

unten links

Schicksalhafte Begegnungen sind in der Literatur unerlässlich, damit es überhaupt spannend wird. Beispiele gibt es genug. Faust, der Gretchen von der Beichte kommend abfängt, oder sexy Major Crampas, der auf die emotional tiefgefrorene Adelsgattin Effi Briest trifft. Nun stellt sich aber spätestens seit Donnerstagabend ernsthaft die Frage, ob denn die Realität die Kunst nur imitiert und nicht andersrum, wie vielfach behauptet. Da trifft CDU-Staatssekretär Jens Spahn in einer Talkshow, in der es um den Mindestlohn geht, doch tatsächlich zufällig auf seine ehemalige Friseurin aus Prenzlauer Berg. Beide werden puterrot, was aus Sicht der Friseurin auch verständlich ist, weil plötzlich alle auf Spahns Nichtfrisur starren. Viel beachtlicher ist allerdings die Erzählebene, die uns Maybrit Illner, wohl künftige Buchpreisträgerin, hier eröffnet. Eigentlich dürfte Lilly Sandberg, die Friseurin, gar nicht existieren, denn in Spahns Welt zerstörte der Mindestlohn einst ihre Existenzgrundlage. cod

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!