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Drei Tore zur Unsterblichkeit

Cristiano Ronaldo schießt Real Madrid im Halbfinale der Champions League zum 3:0 gegen den Stadtrivalen Atlético

  • Von Emilio Rappold, Madrid
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nach seinem grandiosen Auftritt machte Cristiano Ronaldo seinem Image diesmal keine Ehre. »Ich war diesmal als Torschütze dran, aber das Team hat enorm gespielt«, betonte der Weltfußballer von Real Madrid nach seinem fulminanten Dreierpack beim 3:0 im Halbfinalhinspiel der Champions League gegen den Stadtrivalen Atlético.

Bescheiden zeigte sich der oft als arrogant kritisierte Portugiese auch danach in den sozialen Netzwerken. »Together« (zusammen) und drei Mal den Emoji eines Arms mit angespanntem Bizeps postete er mit einem Bild seiner jubelnden Mitspieler. Cristiano Ronaldo wird mit 32 offenbar etwas ruhiger - dafür flippten Fans und Medien total aus.

Die spanische Sportzeitung »Marca« schrieb am Mittwoch, der Stürmerstar sei nach seinem Auftritt im Santiago Bernabéu »unsterblich geworden«. Die Konkurrenzzeitung »AS« feierte den Mann von der Insel Madeira unterdessen als »den Besten«. Und auch Reals Kapitän Sergio Ramos lobte den Matchwinner, der bereits die Bayern im Viertelfinale mit fünf Toren praktisch im Alleingang ausgeschaltet hatte, überschwänglich: »Cristiano ist eine Legende des Vereins, er ist einzigartig.«

Bis weit nach Mitternacht zogen Hunderte Fans der Königlichen singend und tanzend durch die spanische Hauptstadt. Und überall war es zu hören: »Rooonaaaldooooo«. Die Freude ist verständlich: Real ist bisher bei keinem K.o.-Duell - weder in Europa noch in einem spanischen Wettbewerb - nach einem 3:0 im Hinspiel ausgeschieden. Die Planungen fürs Finale dürfen also aufgenommen werden. Falls beim Rückspiel am kommenden Mittwoch im Vicente Calderón nichts schief geht, könnten Ronaldo & Co. am 3. Juni in Cardiff gegen den Sieger des Duells Juventus Turin gegen AS Monaco die ersten sein, die einen Titel in der Champions League erfolgreich verteidigen.

Trainer Zinedine Zidane warnte allerdings vor vorzeitiger Euphorie. »Wir haben noch nichts gewonnen«, sagte der französische Weltmeister von 1998. Man habe eine »fantastische erste halbe Stunde gespielt« und sei dem Gegner praktisch über die gesamte Partie »deutlich überlegen gewesen«. Aber noch gebe es ja das Rückspiel.

Die Wiederauflage des Königsklassenfinals von 2014 und 2016 sowie des Viertelfinalduells von 2015, bei denen sich stets Real durchsetzte, hätten die Königlichen sogar noch höher gewinnen können. Neben den drei Toren von Ronaldo (10., 73. und 86.) gab es weitere gute Chancen. Zudem stand die in dieser Saison heftig kritisierte Real-Abwehr so fest wie selten zuvor: Erstmals musste im laufenden Champions-League-Wettbewerb der Ball nicht aus dem eigenen Netz geholt werden.

»Ich denke, dass wir heute vom Trainer einen guten Plan mitbekommen und relativ schlau gespielt haben und nichts zugelassen haben«, sagte Toni Kroos. Aber auch der 27-jährige Mittelfeldspieler mahnte zur Vorsicht. »Jeder weiß, dass ein Auswärtstor noch einmal sehr unangenehm sein kann.« Zumal der Gegner das Weiterkommen noch nicht aufgegeben hat. »Wir sind Atlético. Wenn jemand das Unmögliche schaffen kann, dann wir«, rief Trainer Diego Simeone. Und Mittelfeldmann Koke erinnerte: »Im Calderón habe wir die schon mal 4:0 geschlagen, und damals (Februar 2015) stand Cristiano ja auch auf dem Platz.«

Der vielfach Angesprochene genoss unterdessen den Erfolg in seiner neuen Bescheidenheit. Er diskutierte nicht, ob er bereits 400 Tore im Real-Trikot erzielt hat, wie der Verein behauptet, oder »nur« 399, wie aus der offiziellen Statistik hervorgeht. »Ich will nur, dass ich nicht (von den eigenen Fans) ausgepfiffen werde«, sagte Ronaldo nach seinem 42. Dreierpack und seinen Toren 101, 102 und 103 in der Champions League. dpa/nd

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