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Keine Trödelei mehr an der A 10

Verkehrsministerin Schneider will den Ausbau des südlichen Berliner Rings beschleunigen

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das Baustellenelend auf der Autobahn A 10 im Süden Berlins soll abgekürzt werden. Am Montag legte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) einen Plan zur Beschleunigung der umfangreichen Ausbaumaßnahmen vor.

Vorgesehen ist eine Dreiteilung des neun Kilometer langen Bauabschnitts zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal. Dadurch will Schneider erreichen, dass der weitaus längste Teil dieser Strecke deutlich früher seiner Bestimmung übergeben werden kann als ursprünglich geplant. Ziel der Bauarbeiten ist zum einen die Beseitigung von Betonkrebs und zum anderen die Verbreiterung der Autobahn auf acht Streifen. Eigentlich sollte der gesamte Abschnitt erst Ende 2020 fertig sein. Nun soll die Dreiteilung dafür sorgen, dass nur noch ein letzter kurzer Abschnitt 2020 übergeben wird und der wesentlich längere Teil schon 2018 beziehungsweise 2019. Schneider nannte die Arbeiten sehr schwierig und komplex, nicht nur, weil täglich fast 100 000 Fahrzeuge diesen Abschnitt passieren, sondern weil eine Eisenbahnstrecke die Autobahn kreuze.

Vor allem in der Nähe des Dreiecks Potsdam war es in den vergangenen Monaten zu vielen Unfällen gekommen, sodass gehandelt werden musste, erklärte die Ministerin. Wenn es sich auf der Autobahn staut, verlassen jede Menge Fahrzeuge die A 10 und suchen über Beelitz schneller voranzukommen. Dies führe zu erheblichen Belastungen der Einwohner, sagte Schneider.

Bürgermeister Bernd-Rüdiger Ahlfeld schilderte die Auswirkungen auf die kleine Stadt. Anwohner und zwei angrenzenden Schulen könnten die Fenster nicht mehr öffnen, wenn Lkw an Lkw dort langsam vorrücke. »Noch benötigen die Lehrerinnen keinen Lautsprecher, um sich den Schülern verständlich zu machen, aber weit entfernt sind wir davon nicht mehr«, beklagte Ahlfeld.

Übrigens lohne es sich kaum, bei einer Stauwarnung die Autobahn zu verlassen, denn man fahre »von einem Stau in den nächsten«. Weil Kunden die Geschäfte in Beelitz nicht mehr erreichen können, führe das zu Umsatzverlusten. Der Unmut der Bürger richte sich gegen die Stadtverwaltung, die aber »gar nichts ändern« könne, bedauerte der Bürgermeister. Jeder Monat, um den die Bauarbeiten verkürzt werden, sei ein Gewinn. »So manch ein Beelitzer würde gern auf der Autobahn mit anpacken.«

Axel Schmohl vom Bundesverkehrsministerium erläuterte, dass sein Ressort für den beschleunigten Ausbau 4,5 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben werde. Der frühestmögliche Abschluss der Arbeiten sei wichtig, um einen Unfallschwerpunkt aufzulösen und dafür zu sorgen, »dass die Menschen nicht so viel Zeit im Stau vertrödeln«. An Wochenenden und in der Nacht wird nicht gearbeitet. Wenn auch unter der Woche tagsüber mitunter keine Bauleute auf den Baustellen zu sehen seien, liege dies nicht am Bund, der nur das Geld bereitstelle, sagte Schmohl. Die Umsetzung der Bauprojekte sei Sache der Länder. Wenn keine Bauleute zu sehen seien, heiße dies im übrigen auch nicht zwingend, dass wirklich nicht gebaut werde.

Ist es nicht ein Widerspruch, wenn der südliche Berliner Ring auf acht Fahrstreifen verbreitert wird, die Autobahn weiter nach Frankfurt (Oder) und Polen aber vierstreifig bleibt? Perspektivisch sei eine Kapazitätserweiterung auch dieser Autobahn vorgesehen, versprach Schmohl. Einen Termin dafür gebe es aber noch nicht.

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