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Indonesisches Gericht lässt Homosexuelle auspeitschen

Islamisches Religionsgericht in der Provinz Aceh spricht Urteil gegen schwules Paar

Banda Aceh. Wegen ihrer Homosexualität sollen zwei Männer in Indonesien öffentlich ausgepeitscht werden. Ein islamisches Religionsgericht in der Provinz Aceh verurteilte die beiden Männer im Alter von 20 und 23 Jahren am Mittwoch - dem Internationalen Tag gegen Homophobie - zu jeweils 85 Peitschenhieben. Es ist das erste solche Urteil in Indonesien. Das Gericht ging sogar noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die 80 Hiebe gefordert hatte.

Die beiden Männer waren Ende März in der Provinzhauptstadt Banda Aceh von Nachbarn aus einem Raum gezerrt worden, den sie angemietet hatten - offenbar, um miteinander zu schlafen. Dann wurden sie von den Nachbarn der Religionspolizei übergeben. Die Szene wurde auch gefilmt. Das Video verbreitete sich in Indonesien schnell im Internet.

Der Inselstaat mit mehr als 250 Millionen Einwohnern ist das weltweit bevölkerungsreichste muslimische Land. Der Islam gilt dort als verhältnismäßig moderat. Seit einigen Jahren gewinnen radikale Kräfte jedoch an Einfluss.

In Aceh, das als besonders konservative Provinz gilt, ist seit zwei Jahren ein Gesetz in Kraft, das Sex außerhalb der Ehe unter Strafe stellt. Darunter fallen auch homosexuelle Kontakte. Die Höchststrafe sind 100 Peitschenhiebe.

Aceh ist in Indonesien die einzige Provinz, in der die Scharia Rechtskraft hat. Damit versucht die Zentralregierung in der Hauptstadt Jakarta, Unabhängigkeitsbestrebungen entgegenzuwirken. Jakarta hatte 2005 ein Friedensabkommen mit separatistischen Rebellen geschlossen. Damit ging ein jahrzehntelanger Konflikt mit mehr als 15.000 Toten zu Ende.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein anderes Urteil aus Indonesien international für Empörung gesorgt. Ein Gericht in Jakarta verhängte gegen den bisherigen Gouverneur der Hauptstadt, Basuki Tjahaja Purnama, zwei Jahre Haft, weil er sich abfällig über den Koran geäußert haben soll. Der Politiker sitzt bereits im Gefängnis. dpa/nd

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