Fähre nach Nordkorea, Theo Waigel mit Wählerinitiative, Temer unter Druck

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Fährverbindung zwischen Nordkorea und Russland eröffnet

Eine nordkoreanische Passagierfähre hat am Donnerstag im russischen Hafen Vladivostock angelegt. In Zukunft soll die »Mangyongbong« wöchentlich zwischen dem nordkoreanischen Rajin und der russischen Hafenstadt am Pazifik verkehren, das berichtet die britische BBC. Mitarbeiter eines chinesischen Reiseunternehmens waren die ersten Passagiere. Chinesische Touristen sollen mit der Fähre das kommunistische Nordkorea und Russland besuchen können. Das Schiff verfügt über ein Restaurant, eine Bar und einen Karaoke-Raum. Betrieben wird die Fährverbindung von der russischen Exportfirma InvestStroiTrest. Der japanische Außenminister Fumio Kishida zeigte sich besorgt über die Fährverbindung und verwies auf die Sanktionen gegen Nordkorea. Laut Angaben der russischen Regierungszeitung Rossiiskaya Gazeta wird die Mangyongbong jedoch nur Lebensmittel und andere vom Embargo gegen das Atomprogramm Nordkoreas nicht erfasste Waren transportieren – diese würden vom russischen Zoll »strikt kontrolliert«.

Theo Waigels Wählerinitiative will Angela Merkel unterstützen

Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl mit einer neugegründeten Wählerinitiative unterstützen. Die Unionsparteien müssten geschlossen in den Bundestagswahlkampf gehen, betonte Waigel am Donnerstag in München. Merkel ist in Teilen der CSU vor allem wegen ihrer Flüchtlingspolitik umstritten. »Wir bieten uns als Brücke innerhalb der CSU zur CDU an,« so Waigel. Eine Reihe bekannter Persönlichkeiten unterstützt das Vorhaben, darunter der frühere Präsident des bayerischen Landtags, Alois Glück, und der Ex-Parteivorsitzende Erwin Huber (beide CSU).

Neuer Korruptionsverdacht bei Brasiliens Präsident

Neue Enthüllungen in einem Korruptionsskandal treiben den brasilianischen Präsidenten Michel Temer in die Enge. Laut einem Zeitungsbericht soll Temer die Zahlung von Schweigegeld an den inhaftierten ehemaligen Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha angewiesen haben. Das kompromittierende Gespräch soll in einer geheimen Audioaufnahme aufgezeichnet worden sein, wie die Zeitung »O Globo« am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete. Nach Bekanntwerden der Nachricht brach das Parlament eine Sitzung ab. Temer rief seinen Krisenstab zusammen. Parlamentarier der Opposition und Demonstranten in mehreren Städten forderten den sofortigen Rücktritt des Präsidenten und Neuwahlen. Temer wies alle Anschuldigungen zurück und schloss einen Rücktritt aus. Die Enthüllung über Präsident Temer ist Teil einer Kronzeugenaussage von Managern des Fleischkonzerns JBS, gegen die im riesigen Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras ermittelt wird.

Studie: Jugendliche trinken weniger Alkohol

Jugendliche in Deutschland trinken offenbar weniger Alkohol als früher. Einer Studie der Bundesregierung zufolge sagen zehn Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen, dass sie mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, wie die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Donnerstag) berichteten. Im Jahr 2004 waren es noch 21,2 Prozent. Für die Studie, die den Zeitungen nach eigenen Angaben bereits vorliegt, wurden im vergangenen Jahr rund 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 24 Jahren befragt. Der Anteil der Jugendlichen, die sich mindestens einmal im zurückliegenden Monat in einen Rausch getrunken haben, sank demnach von 22,6 Prozent (2004) auf aktuell 13,5 Prozent. Der Anteil der Jungen unter den Rauschopfern ist dabei höher (16,5 Prozent) als der Anteil der Mädchen (10,3 Prozent).

Venezuela erhöht Militärpräsenz nach Ausschreitungen

Bei den Protesten in Venezuela ist die Lage in der Grenzregion zu Kolumbien außer Kontrolle geraten. Mindestens zwei Menschen kamen am Mittwoch (Ortszeit) im Bundesstaat Táchira ums Leben. Zahlreiche weitere wurden bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften verletzt. Nach Plünderungen und Angriffen auf Polizeiwachen kündigte die Regierung eine stärkere Miliärpräsenz an der Grenze an. Beide Todesopfer waren nach Zeitungsberichten Passanten, die sich nicht an den Protesten beteiligt hatten. Bei der seit Anfang April andauernden Protestwelle sind mindestens 45 Menschen getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López kündigte die Entsendung von 2.600 Mitgliedern der Nationalgarde und Soldaten in den Bundesstaat Táchira an. Zugleich wies er die Kritik von Oppositionspolitikern zurück, dass die Nationalgarde für viele der Todesopfer während der Proteste verantwortlich sei. Angriffe mit Brandbomben auf Einrichtungen des Militärs und der Polizei in Táchira bezeichnete López als »Terrorismus«.

Mexikanischer Präsident verspricht mehr Schutz für Journalisten

Nach einem weiteren Mord an einem Reporter hat der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto besseren Schutz für Journalisten zugesichert. »Wir werde fest und entschlossen handeln«, sagte er am Mittwoch (Ortszeit) laut der Tageszeitung »El Universal«. »Mexiko muss mehr tun, um Menschenrechtsverteidiger und Journalisten zu schützen.« Dazu gehörten eine bessere Zusammenarbeit der Behörden sowie Schutz für Opfer von Einschüchterungen und Bedrohungen. Außerdem soll die Sonderstaatsanwaltschaft zur Verteidigung der Pressefreiheit gestärkt werden. Unterdessen protestierten Menschen im ganzen Land für die Pressefreiheit. Sie forderten Maßnahmen nach dem Mord an dem Investigativreporter Javier Valdez Cárdenas, der am Montag im Bundesstaat Sinaloa auf offener Straße erschossen wurde. Der Journalist hatte mit Recherchen über die organisierte Kriminalität und den Drogenhandel in ganz Mexiko Bekanntheit erlangt. Agenturen/nd

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