Regina Stötzel 20.05.2017 / Kultur

Es handelt sich um ein Fahrrad

Mensch, Rad und Ruin: Ein in der Literatur vernachlässigter Zusammenhang

Bei kleinen Kindern fängt es schon an, dass sich ihre Fahrrädchen der Farbe des Regenmäntelchens oder des Strumpfhöschens anzupassen scheinen. Bei Erwachsenen meint man etwa, der ausgreifende Lenker des Herrenrades großer Herren schaffe schon den Raum für die wehenden Mantelschöße und gebe deren Linien vor. Rad und Radtaschen bei den Outdoortypen gehen optisch und funktional unmittelbar in die auf dem Rücken getragenen Rucksäcke und weiter in die Funktionsjacken sowie die darunter befindlichen Funktionskörper über. Und der Hipster gondelt auf seiner klappernden Möhre telefonierend mit wehendem Bart durch die Stadt, wobei Mensch und Rad die gleiche Spannkraft aufweisen wie der am Arm baumelnde Hipsterbeutel und eine harmonische Einheit bilden.

Wer Flann O’Briens »Der dritte Polizist« gelesen hat, kann sich dieses Phänomen leicht erklären. Zwar geht die im Roman behandelte Atomtheorie nicht auf den großen Philosophen und Wissenschaf...

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