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Australiens Koalas bedroht

Waldrodung zerstört Lebensraum der Tiere

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 2 Min.

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Experten und Umweltschützer warnen, dass Australiens Koalas in großen Teilen des Landes kurz vor dem Aussterben sind. Urbanisierung, Waldrodung und Klimawandel machen den Beuteltieren zu schaffen. Schon jetzt sprechen Forscher von einer »Tragödie«.

Ein Foto wird derzeit zum Symbol. Es zeigt einen Koala, der sich an einem Lkw festklammert, auf der Suche nach einem Eukalyptusbaum. Vor allem im Osten Australiens sind in den letzten Jahren große Waldflächen gerodet worden. Im Bundesstaat Queensland ist der Bestand an Koalas um 53 Prozent zurückgegangen, in New South Wales um 26 Prozent. Eine vom World Wildlife Fund (WWF) in Auftrag gegebene Studie hat die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre sowie eine Projektion auf die nächsten zwei Jahrzehnte in eine Untersuchung einfließen lassen.

Eine weitere WWF-Analyse zeigt, dass die Rodung von Wäldern im Südosten von Queensland 179 Koalas in nur zwei Jahren getötet hat. Zwischen 2013 und Mitte 2015 sind in der Region über 44 Quadratkilometer Buschland abgeholzt worden. »Wenn man die Bäume dem Erdboden gleichmacht, vertreibt man auch die Koalas«, sagte WWF-Umweltforscher Martin Taylor. »Sie müssen sich ein neues Zuhause suchen und werden dann von Autos und Hunden getötet.« Koalaforscher Darryl Jones betonte, dass die Tiere »ernste Probleme« hätten, »vor allem entlang der bewaldeten Küstenregionen, wo eine massive urbane Entwicklung stattfindet«.

In 13 Jahren kamen laut WWF 2000 Koalas im Südosten Queenslands mit Brüchen in Tierkliniken. Die meisten wurden Opfer von Autounfällen oder Hundeattacken. Nur zwei Prozent überlebten. Das Koalakrankenhaus in Port Macquarie schrieb auf Facebook: »Die Bauunternehmer sind zurück und fällen die Koalafutterbäume in der Beach Street in Bonny Hills.« Die Gemeinde und sie selbst seien machtlos. Beim Umweltministerium gehe niemand ans Telefon. »Das ist kriminell - vor allem da die Koalas eine gefährdete Art sind.«

Auch die Chlamydia-Infektion, die bei Koalas zu Erblindung, Unfruchtbarkeit und zum Tod führen kann, macht den Tieren zu schaffen. Bereits um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert wurden Koalas wegen ihres weichen Fells gejagt und Felle nach Großbritannien und die USA exportiert. Diese Praxis tötete bis in die 30er Jahre Millionen Tiere.

Um das Aussterben zu verhindern, sei »der Schutz des Habitats extrem wichtig«, sagte Koalaforscher Jones. Auch müssten Übergänge gebaut werden, damit die Tiere sicher Straßen überqueren könnten. »Ich denke, dass es für Menschen und Koalas durchaus möglich ist, erfolgreich zusammenzuleben.« Es bedürfe nur der richtigen Planung.

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