Werben mit dem »gemeinsamen Feind«

Das »Haus des freien Russlands« in Kiew will Kremlkritiker unterstützen - und macht Ukrainer argwöhnisch

  • Von Denis Trubetskoy, Kiew
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Entschuldigen Sie bitte, aber mein kleiner Sohn ist besorgt. Ein Haus Russlands hier in Kiew, was soll das denn sein?«, fragt ein Mann mittleren Alters, als er im Kiewer Prestigebezirk Podil das jetzt eröffnete »Haus des freien Russlands« betritt. Die brandneue Einrichtung, die von in der Ukraine lebenden russischen Aktivisten ins Leben gerufen wurde, ist sozusagen als eine »alternative Botschaft« für jene Russen gedacht, die nicht mit der Politik des Kremls einverstanden sind und deswegen ihr Land verlassen haben.

Als das dem Mann erklärt wird, hakt dieser nach: »Ich verstehe ja alles, aber das Wort ›Russland‹ sollte irgendwie ersetzt werden. So etwas geht in Zeiten des Krieges einfach nicht.« Ob sein zehnjähriger Sohn tatsächlich deswegen besorgt ist, bleibt allerdings fraglich.

An diesem Tag nach der feierlichen Eröffnung Mitte April findet im »Haus des freien Russlands« ein offenes Treffen mit ukrainischen Aktivisten sta...


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