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Im Land der Fantasie

Markus Drescher über einen Minister und seinen Abschiebeflug

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

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Ahnungslos, menschenverachtend, zynisch, bizarr, beratungsresistent, fake-news-produzierend. Keine Angst, es folgt nicht der x-te Kommentar zu Donald Trump. Der Preis für die Oberknalltüte des Tages und damit dieser Kommentar gehen an Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der sich in Sachen Abschiebungen nach und Sicherheitslage in Afghanistan nun offenbar gänzlich dazu entschieden hat, Herrn Trump in seinem Fantasiereich Gesellschaft zu leisten.

Da explodiert im wohl am stärksten gesicherten Ortes des ganzen Landes ein gewaltiger Sprengsatz, tötet Dutzende Menschen - und? Nicht der kleinste Hauch an Reflexion berührt augenscheinlich den Geist des Ministers. Bombe in Kabul, Tote, deutsche Botschaft beschädigt? Ganz klar, an der Sicherheitslage hat sich überhaupt nichts geändert.

Hat sich in der Realität auch nicht: Es ist in Afghanistan heute genauso gefährlich wie gestern und seit Beginn des Krieges. Das aber ist eben nicht die Innenministerrealität. In dieser ist Afghanistan sicher. Zwar nicht alle Teile des Landes, aber doch genug, um Menschen abzuschieben.

Klar, es ist Wahlkampf, die AfD sitzt der Union noch immer im Nacken, und irgendwer muss den harten Hund machen. Ein paar oder auch ein paar mehr Wähler wird de Maizière damit vielleicht überzeugen können, das Kreuzchen bei den (Nachahmungs?)-Menschenverachtern zu machen. Für den denkenden Teil der Menschheit ist die ganze Geschichte: siehe oben.

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