Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Und es wird immer heißer

  • Von Andreas Gläser
  • Lesedauer: 3 Min.

29 Grad am Montag, 33 am Dienstag und so weiter, an all den hell erleuchteten Tagen. Auch in den Nächten wird es immer heißer, 16 Grad in der Nacht vom Montag zum Dienstag, 20 in der vom Dienstag zum … Das macht nicht nur mich zunehmend kirre. Lange bevor mich der Radiowecker in den Tag einzubuddeln beginnt, hat sich eine Wespe in mein Zimmer verirrt, obwohl in den Baumkronen meines Kiezes so viele Abfangjäger der Marken Krähe, Buchfink und Bussard nisten. Nun summt die verpeilte Wespe in einer nicht für möglich gehaltenen Lautstärke in meiner Stube herum und donnert ab und an gegen die Fensterscheibe. Ist das noch eine Wespe oder schon ein Spatz? Hm, Letzterer summt nicht.

Ich bin wach und motiviert, öffne das Fenster noch weiter und drehe kurz entschlossen im Naherholungsgebiet meines Vertrauens einige Dauerlaufrunden. Nach zwei Jahren mal wieder. Noch ist es nicht zu heiß, nur total verdreckt. In meinem Blümchenbezirk lassen die Grillmutanten regelmäßig ihren Müll liegen, obwohl sie bestimmt von so manch mutigem Bürger angesprochen werden. Aber überwiegend umsonst, denn die Griller und Chiller wollen nichts verstehen, die studieren nämlich alle Kommunikation und verhalten sich so umweltfreundlich wie Donald T. aus W.

Die für heute angesagten 42 Grad finde ich nicht in Ordnung, aber immerhin macht die Hitzesonne auch Pausen. Neulich fegte ein Sturm durch die bergischen Bezirke, der Regen spülte auf einigen Wackersteinstraßen den Sand aus den Fugen, worauf sich manch Exemplar herauslöste und tosend das Gefälle hinabkullerte. Doch es heißt, diese Klimakapriolen hätte es 100 Jahre vor der ersten Wetteraufzeichnung schon gegeben. Das ist alles ganz normal, Alter!

Ich arrangiere mich mit unserem vorübergehend katalanischen Klima, lasse den vor Tagen angelesenen Wälzer unangerührt und greife stattdessen so nach und nach zu den 35 achtseitigen Heftchen, die mir neulich von Altona-Jan freundschaftlich überreicht wurden. Sein kleinformatiges Heftchen heißt »Blau«, weil dieses Wort im Deutschen und Katalanischen identisch ist. Diese Heftchen sind wöchentlich erscheinende Tagebücher in Collagen-Form, gebastelt aus einem A4-Blatt. Er zeichnet, kommentiert und fotografiert seine Erlebnisse während seines einjährigen Barcelona-Aufenthalts.

Inhaltlich geht es auf Deutsch, Spanisch, Englisch und Katalanisch um Straßenkunst, Fußball, Literatur, Essen, Politik und Musik sowie Strand- und Straßenjogging. »Blau« ist ein Potpourri an Tipps für Barcelona-Fans. Man kann unter blau-zine@gmx.de Altona-Jans neue und alte Ausgaben bestellen, worauf man Elektropost samt Anhang bekommt. Es empfiehlt sich, auch die Nummer 1 mit der Bastelanleitung anzufordern. Wer »Blau« nicht für kurzweilige Hochsommerunterhaltung hält, erlag wohl schon der Hitze. Amen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln