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Um »eensa« am »Maa«

Jürgen Amendt findet, dass das Verschwinden der Dialekte ein kultureller Verlust ist

Der Main hat viele Namen. In Bamberg, in dessen Nähe der Fluss entspringt, nennen ihn die Einheimischen »Maa«, flussabwärts, in Aschaffenburg, 80 Kilometer vor der Mündung in den Rhein, heißt er »Mää«, dazwischen »Mee« oder »Moo«. Die sprachlichen Unterschiede im Fränkischen sind groß. Wenn im unterfränkischen Haßfurt die Uhrzeit mit »eensa« (eins) angegeben wird, ist es im kaum zehn Kilometer entfernten Zeil am Main »aans«.

Fraglich ist allerdings, ob in Bamberg, Aschaffenburg, Haßfurt oder Zeil noch viele diese Wörter verstehen können. Die Vielfalt der Dialekte in Deutschland geht zurück, stellen Sprachforscher schon seit Jahren fest. Vor allem die stark regional gefärbten Mundarten, die sich oft schon von einem zum anderen Ort unterscheiden, sprechen nur noch die ganz Alten.

Stattdessen breitet sich in polyglotten Großstädten wie Berlin eine neue Mundart aus: Englisch, vermischt mit diversen Versatzstücken der unterschiedlichsten Sprachen der Welt.

Das ist ein kultureller Verlust und Gewinn zugleich. Ein Verlust, weil mit den Dialekten sprachliche Vielfalt und geschichtliche Erinnerung schwindet, ein Gewinn, weil durch die Globalisierung auch nationale Grenzen überwunden werden.

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